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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Souverai netät in Preussen.

vom Kurfürsten erworbene Souverainetat und wollten diesedurchaus nicht anerkennen, protestieren gegen die Errichtung desunter dem Namen eines hohen Hofgerichts bestellten Tribunals,wollten jedenfalls, daß Streitigkeiten zwischen ihnen und demKurfürsten vor königlich polnischen Gerichten entschieden wer-den sollten, verlangten Mittheilung des abgeschlossenen Frie-dens und erklärten dem Kurfürsten geradezu, wenn sie denglücklichen Zustand ihrer Voraltern, die nicht nur in Ruhe,sondern in ungekränkter Freiheit Igelebt, mit dem ihrigen ver-glichen, so sahen sie, daß sie bei der neuerworbenen Ruhemehr nichts als den Schatten der alten Glückseligkeit hätten,woran sie freilich mit ihren Sünden schuld seien '). Daherbeschwerten sic sich auch, daß Juden und Mennoniten mit ih-rem Gottesdienste im Lande geduldet würden. Das Landhabe kaum noch 20,000 urbare Husen und könne höchstens2000 Mann erhalten; doch gaben sie unter vielen Klagen soviel nach, daß die alte Steucrsumme von 1,300,000 Flor, aufge-bracht würde, obwohl ohne Grundsteuer, wollten aber durch-aus nicht darauf eingehen, daß drei Abgeordnete, nämlich je' einer des Kurfürsten, des Adels und der Städte, die Macht, haben sollten, im Nothfall ohne Berufung der Stände dieAuflagen zu erhöhen. Dennoch wurde, weil der Krieg dazunöthigte, eine Hufen- und Vermögensteuer, trotz aller Vorstel-lungen, selbst der Oberräthe, ausgeschrieben.

Erst am Schlüsse des Landtages erklärte der Kurfürst,daß die dem Lande lästige Verbindung mit Polen aufgehörthabe, doch ohne Schaden an irgend Jemandes Privilegien.Der Abdruck des Landtagsabschiedes sei überflüssig. Er setzteden polnischen Fürsten Bogislaus Radziwill zum Statthalterüber Preussen ein und empfahl diesem besonders, den-nigsbergern den Zügel nicht zu sehr schiessen zu lassen. DieseStadt war so herabgekommen, daß die Vermögensteuer kaumzu 5000 Rthlr., also das Vermögen selbst noch nicht auf einehalbe Million angeschlagen wurde. Dennoch musste zur Fül-lung der Magazine nicht nur das Land, sondern jeder Bürger

1) Bedenken der Stände v. H.Oct. 1657, bei Baczko V. p. Z01.Vcrgl. x. 224 f.

October

1657