170 Buch IV. Viertes Hauptstück.
burger Vertrag mit Schweden, ein Schreiben an die Ständeerließ, um diese gegen ihn aufzureizen, so schickten es dieOberräthe an den Kurfürsten, ohne es den Standen nur mit-
Iuni zutheilen. Die Städte widersprachen zwar dem Zusatze zur
1656 Amsx, doch der Kurfürst antwortete, sie hatten den Friedenmit Schweden für nothwendig gehalten, daher müssten sie sichnun auch die Folgen gefallen lassen. Da die Accise nicht zu-rciche, sei die neue Contribution nöthig geworden, doch solleihre Erhebung den Rechten der Stande nicht nachtheilig sein,der etwaige Überschuß über das zur Erhaltung des HeeresNothwendige erlassen, das Übrige unnachsichtlich durch seinenGeneralkriegscommissarius von Wallenrodt, doch im Namender Oberräthe beigetrieben werden. Von Königsberg verlangteer statt der Accise eine bestimmte Summe und befahl derenVertheilung auch über die bis dahin steuerfreien Grundstücke').Nicht genug, daß das Land durch Brandschatzung und Plün-derung von den Schweden und Polen und durch den Unter-halt des kurfürstlichen Heeres erschöpft wurde; Hungersnoth,Viehsterben und Pest mehrten noch das Elend. Im Herbsteverheerten die Tataren unter Gonsiewski die Grenze vv»Ragnit bis Passenheim, bis zehn Meilen von Königsberg aufdas grausamste H.
Die Noth stieg immer höher. Königsberg, welches nachder eigenen Angabe des Kurfürsten weniger als das übrigeLand erlegte, musste doch eine Vermögenssteuer von monatlicheinem Procente entrichten und nur der um ein Viertheil ernie-drigte Anschlag des Werths liegender Gründe ermäßigte diese19. Scpt. Steuer um so viel ^). Endlich kam es zum welauer Vcr-
1657 mit Polen. Nun verlangte er, Preussen sollte 5000Mann mit Sold, Lebensmitteln und Kriegsbedürfnissen unter-halten. Die Accise konnte nicht aufhören, da bereits im vorauszu viele Anweisungen darauf gegeben waren. 3um Unterhaltedes Heeres musste eine neue Steuer ausgeschrieben werden.Die Landstande aber waren schon höchst schwierig über die
1) Baczko V. p. 194.
2) Baczko das. p. 204 s.
Z) Baczko V. p. 214.