Rückblick.
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schauer Schlacht, aber sogleich zieht sich der schlaue Kurfürstzurück und verbindet sich abermals unter großen Vortheilcnmit dem Könige in Labiau gegen Polen, bald daraus mit Po-len in Welau und Bromberg gegen Schweden, führt die här-testen Schlage gegen seinen noch eben Verbündeten, der nunsein bitterster Feind ist, bis dieser erliegt. Dann athmet erfrei und schliefst Frieden, der, so vortheilhaft er ist, doch weithinter seinen Erwartungen zurückbleibt; indcß muß er, um nichtzuletzt allein zu stehen und gar nichts zu erhalten, vielleichtnoch mehr zu verlieren.
Diese dem äussern Anscheine nach so höchst wechselvollePolitik des Kurfürsten wurde weder damals noch lange spaterverstanden und richtig gewürdigt. Die Einen sahen darin un-männlichen Wankelmuth, die Andern undeutsche Arglist, undBeide irrten, obwohl auf sehr zu entschuldigende Weise. Eswaren die Schlangenwindungen einer Staatsklughcit, welche,ihr Ziel fest im Auge, um alles Übrige unbesorgt, lediglich da-mit beschäftigt ist es zu erreichen. Und wenn nun bei demVerhältnisse des Kurfürsten zum Könige die Rollen der Listund der Gewalt zwischen Beiden vertheilt erscheinen, so wareben die des Kurfürsten ihm durch seine wohlbegriffene Lageaufgedrungen. Er würde unter andern Umständen lieber diedes Königs gespielt haben, die der Natur des Vielgewandtennicht minder zusagte; hier wäre sie nicht an ihrer Stelle ge-wesen. Und wurde er nicht eben wirklich zu seinem Verfahrengedrängt? Hatte er freie Wahl? Sollte er seine mit fünf-zehnjähriger Anstrengung jeder Art gepflegte aufkeimende Machtetwa zum Dienste eines fremden gewaltigen Eroberers oderzur Rettung eines fast verfaulten Reichs, etwa wie ein fah-render Ritter aufopfern, um dafür desto sicherer des Einen oderdes Andern Knecht oder doch Diener zu sein? Oder sollte erbedenken, daß eine kleine Macht wie Schweden wohl die Welterobern, aber nicht behaupten kann? Hätte er etwa abwartensollen, bis das eroberte Reich wieder zerfiele? Er wollte aberselbst einen Staat errichten, daher nicht Anderen zur Grün-dung ihrer Macht dienen; deshalb gebrauchte erste, so viel erkonnte, zur Gründung der seinigen.