Das kaiserliche Heer drang nun in Pommern ein, nahm AugustGreifenhagen und Wildenbrück leicht weg, dann nach tapferer 1659Bertheidigung waren Kamin, Divenau, Swincmünde und Wol-lin bald in ihrer Hand. Obwohl de Souches erklärte, daß erAlles für den Kurfürsten einnähme, so eilte dieser doch mit dreiRegimentern Reiterei, 700 Mann ausgcwahltcm Fußvolke undsechs leichten Kanonen seinem Heere aus Holstein voraus nachPommern und überrumpelte den Paß von Tribbesees. Die Sptbr.Schweden gingen auf Stralsund und Greifswalde zurück. Die-ses griff er vergeblich an. Die Kaiserlichen legten sich sehrgegen seinen Willen vor Stettin. Ohne Aufenthalt musste sichder Graf Christoph Albrccht von Dohna mit 2000 Branden-burgern dahin begeben. Der Kurfürst soderte die Stadt, derenBürger ihm eidlich verpflichtet waren, zur Übergabe auf, ohne OctoberErfolg. Wirz kehrte aus Preuffen zurück und vertheidigtedie belagerte Feste tapfer. Sparr griff Demmin an, alsMangel von Stralsund aus die Brandenburger überfiel, Use-dom einnahm und die Besatzung von Stettin verstärkte, welchenun durch kühne und glückliche Ausfälle die Aufhebung dersechsundvierzigtägigen Belagerung erzwang '). Nicht wenig war Novemberden Schweden die Eifersucht zwischen den Osterrcickern undBrandenburgern nützlich gewesen, welche deren gemeinschaftli-ches Zusammenwirken gehindert hatte. Dem Kurfürsten lagfast weniger daran, daß Stettin erobert, als daß cs in diesemFalle von ihm allein besetzt würde, während cs de Souchesgemeinschaftlich mit den Brandenburgern besetzen wollte. Diesewarfen nachher den Österreichern vor, die Eroberung absicht-lich verhindert zu haben °). Nun nahm der Kurfürst nach
1) pufenäort VIII. 28 ff. Onrol. 6»st. VI. 67. IVnxner 7.p. 68. 1'ksutr. Lurop. VIII. p. 1063 u. IX. p. 42. I'srlo» II.p. 271 erzählt, er habe von seinem Könige Befehl erhalten, den Verbün-deten zu erklären, wenn sie die Belagerung Stettins nicht aufhöbcn,würde er Schweden Unterstützung schicken; doch war die Belagerung schonbeendet.
2) Friedrich Wilhelm klagte bei den Fricdcnsverhandlungcn von Oliva,die Gcneralstaaten und Holland hätten den Abschluß beschleunigt, damiter nicht Stettin und den Oderhandcl in seine Hände bekäme. Wuxuer1. i>- 455. Er warf später dem damals bei dem Kaiser so mächtigen