Druckschrift 
2 (1837) Von 1640 bis 1688
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

154 Buch IV. Drittes Hauptsiück.

immer mehr in ihn drang Theil zu nehmen, machte er meb-Jnli rere ganz unausführbare Bedingungen. Er verlangte nicht nur1659 Subsidien vom Kaiser und Spanien, sondern auch Beider Ge-währleistung gegen die mögliche Gefahr, die ihm von Reichs-fürsten und Frankreich bevorstehen könne; Einwilligung Däne-marks und Polens und der vorzüglichsten Neichsfürstcn und12,000 Mann Hülsstruppen. Zugleich drängten ihn die Dä-nen zur Erklärung, was er für die Rettung ihres durch KarlGustav's fortwährende Angriffe auf das Ausserste gebrachten Kö-nigs thun wolle. Er zog Alles hin, erregte überall Schwierig-keit und erbot sich endlich Fühnen anzugreifen, wenn Schiffebereit wären, die Dänemark nicht geben konnte').

Unterdessen rückten 14,000 Österreicher unter de Souches,ohne sich weiter durch des Kurfürsten Zögerung aufhalten zulassen, aus Schlesien die Oder hinab und gingen ohne AnfrageAugust durch die Ncumark. Darüber beschwerte er sich sehr und zogden größten Theil seiner Truppen aus Jütland, wo nur vierkaiserliche, vier brandcnburgischc Regimenter und 800 Polenblieben, indem die übrigen Truppen der Verbündeten unterMontecuculi und Czarneczki auch nach Pommern gingen').Nachdem er so den Kaiserlichen die Verantwortlichkeit des An-griffs auf diese Provinz überlassen hatte, beschloß er nun un-mittelbar Theil zu nehmen, damit sie nicht etwa die festenPlätze besetzen möchten. Er rechtfertigte dann sein Verfahrenbei den Generalstaaten und den deutschen Neichsfürstcn, warfdie Schuld des Angriffs aus den Kaiser und betheucrte, Nichtserobern, nur den Frieden zu Stande bringen zu wollen, wieer denn auch dafür gesorgt habe, daß die Reichsstadt Bremennicht beunruhigt würde ^). Die deutschen Neichsfürstcn erklär-ten sich parteilos. Die pommerschen Stände verlangten ver-geblich Kreishülfc von Kursachsen.

1) ?ukenäorl VIII. 19 ff.

2) ^Vnxner I. p. 61. I>ulenäorl VIII. 25.

Z) pNiendorf VIII. 2527. Der Kaiser rechtfertigte den An-griff auf Pommern durch eine sehr heftige Schrift gegen Schweden vom15. Juli, mit Anführungen aus dem römischen Rechte, deren Auslegern,aus den Massikern und der Bibel, wie das damals gewöhnlich war.Ideatr. Lurop. VIII. 105.