Karl Gustav bezogen, sowie daß kein Theil ohne den andernmit diesem Waffenstillstand oder Frieden schlossen solle, aufge-hoben worden waren, was Leopold dann auch genehmigte').
Wahrend der Kurfürst sich so die Hand frei zu machensuchte, um nach Umstanden für oder gegen Schweden zu sein,war er nicht minder vorsichtig, um bei der eingetretenen Kaiserwahles mit keiner Partei, weder mit Frankreich noch mit Österreich,da er mit Beiden im Bunde war, ganz zu verderben. Er be-fahl seinem Gesandten, dem geheimen Rathe v. Jena, haupt-sächlich Österreich zu unterstützen, doch so viel als möglich ohneFrankreich zu beleidigen. Frankreich hatte, wie gesagt, dreiKurfürsten durch Bestechung gewonnen, drei waren für Öster-reich, Böhmen stimmte nicht; also lag die Entscheidung in derHand Friedrich Wilhelms. Vergeblich boten ihm die Franzo-sen 100,000 Thaler, vergebens suchten ihre Gesandten den Jenazu bestechen, des Kurfürsten Stimme gab für Leopold den Aus- 8- Julischlag, wahrend er nachher, zu dessen großem Verdrusse, einen 1658von den Franzosen ausgegangcnen Artikel der Wahlcapitula-tion durchsetzen half, daß der Kaiser keine Truppen sollte nachFlandern schicken dürfen. Dennoch gewann er Frankreich da-durch nicht. Mazarin warf ihm vor, er spreche anders, alser handle ^).
Zu dieser Handlungsweise brachte ihn jetzt hauptsächlichdie Besorgniß vor den Waffen der Schweden. Karl Gustavhatte den Zaar Alerej endlich überzeugt, daß Österreich undPolen es nicht aufrichtig meinten. Zugleich hatte diesen dieTapferkeit der Schweden geschreckt, und die Tataren bedrohetenihn. Daher schloß er mit Schweden Waffenstillstand und spä- Maltec Frieden 2). Karl Gustav stellte sich nun, als wollte er von
1) kukendork VII. 52.
2) kuksndork VII. 18 ff. Oarolua Kuat. IV. 42. WagnerI. p. 43 ff. Dennoch billigte Mazarin im Ganzen des Kurfürsten Ver-fahren als staatsklug. Kse tarnen id apeetadanr (die Franzosen), c,ui<>jme aut insuria iactum argusretur, guain guid prudentiae regulis von-xrueeet. kn len dort VII. 67. Eigentlich war es diesen Meistern derStaatskunst nur nicht immer recht, wenn ein Anderer etwas von ihnenlernte.
s) kukendork Oarol. 6ust. V. 92. am 31. Mai, und am 12. Dec-Frieden. Daselbst 122.
Sten zel Gesch. d. Preussisch. Staats. II.
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