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Buch IV. Drittes Hauptscück.
9. März1658
Land aussaugten und selbst Kirchen plünderten, wurden immerlauter und von der Königin und den Großen genährt'). Un-terdessen stieg die Noth des Königs von Dänemark immerhöher. Der verwegene Karl Gustav ging mit seinem Heereüber den gefrornen kleinen Belt und bemächtigte sich Fühnens;er wagte sich dann auch über das Eis des großen Belts nachSeeland, erschien vor Kopenhagen und erzwang in wenig Ta-gen den für Dänemark so nachthciligen rothschilder Frieden.
Der Kurfürst hatte die Gefahr seines Bundesgenossen sehrrichtig erkannt und alle Mühe angewendet, ihn durch einenEinfall in Holstein zu unterstützen, was des Leopold Ängst-lichkeit verhinderte, der das deutsche Reich, um dessen Kroneer sich bewarb, nicht mit in den Krieg verwickeln, daher mitden Polen nur Reiterei hinschicken wollte, was nicht genügte.
Die Dänen schlugen nun, nach dem Abschlüsse des Frie-dens, ihren Bundesgenossen vor, die Schweden in Holsteinanzugreifcn. Das verweigerte Leopold H geradezu, um nichtdie Schweden auf sich zu ziehen, während ihn die BewegungFrankreichs besorgt machte, welches eine starke Partei unterden deutschen Fürsten gewonnen hatte und mit Schweden dar-an arbeitete, ihm die Kaiserkrone streitig zu machen, wozu csauch theilweise durch Bestechung drei Kurfürsten gewonnenhatte. Das Kurcollcgium ermahnte wirklich die Könige vonPolen und Schweden, das Reich nicht in einen Krieg zu ver-wickeln H. So wurde die Lage des Kurfürsten, ohngeachtetseiner Bündnisse mit Polen, Österreich, Dänemark und Frank-reich und trotz des zu hoffenden Beistandes der Generalstaatcn,sehr schwierig, da er besorgen musste, Karl Gustav werde nunRache nehmen, was weder Polen noch Österreich nochdie Generalstaatcn würden schnell genug verhindern können.Dazu kam die Uneinigkeit unter den Verbündeten selbst. DieKönigin von Polen war so aufgebracht über Österreich, daßsie nach Berlin ging, um den Kurfürsten vom Kaiser abzu-bringen, indem sie^sogar meinte, sein Sohn könne König von
1) kuäLN'ski p. 404.
L) kukenäork VII. 41 f.8) HuäLwski p. 410.