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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Buch IV. Drittes Hauptstück.

Rath dem Kaiser die polnische Krone erblich antragcn, wenner Hülfe leisten wolle. Der Abgeordnete führte den Antragnicht aus, bat als Privatmann für das Land um Hülfe, ohneErfolg'). Doch die Polen waren schon gewöhnt im Gutenund im Bösen für sich zu handeln. Wie in den noch nichtforstmäßig bewirthschaftcten Wäldern die Natur ihre Kräftefrei entwickelt, die kräftigsten Schößlinge lustig aufstreben, sichgewaltsam durch das üppige Gestrüpp Bahn brechen, selbstaus den vermorschten fallenden Stämmen Nahrung saugen undrings um sich die zurückgebliebenen schwächeren überragen, be-schatten und erdrücken: so hatten sich in der polnischen, mankann wohl sagen, Anarchie eine Macht, Selbständigkeit undEntschlossenheit mit bis an Wildheit grenzenden Krastäusserun-gcn Einzelner behauptet, welche sich unter den geordneten Ne-gierungen der übrigen europäischen Staaten schon in den ge-setzmäßigen Gehorsam aufgelöst hatten. Eben daher war Po-len, wie wir cs auch gefunden haben, als Ganzes vcrhaltniß-mäßig unglaublich schwach und leicht zu erobern, allein unend-lich schwer zu behaupten, weil eben das, was einer geordnetenNegierung widerstrebte, den eigenen Königen wie dem Eroberergleichmäßig entgegenstand.

7. Jan. Am V. Januar schlossen Stanislaus Potoczki, Palatin vonKiew und Stanislaus Lankoronski, Palatin von Neuffen, mitanderen Großen eine Confödcration zu Tyskiewicz für ihrenKönig und die Religion, entsagten dem Schutze Schwedens, wel-ches ohne Ursache ihr Land angegriffen, das Reich verheert, dieStädte geplündert, Adel und Volk durch unerschwingliche Auf-lagen bedrückt, fremde Befehlshaber eingesetzt, Geistliche undEdelleute körperlich gemishandclt, ja sogar das Haus der hei-ligen Mutter Gottes in Czenstochau, um es zu plündern, an-gegriffen habe. Mit Ermahnungen und Drohungen reiztensie alle Anhänger der Schweden zum Abfalle, gewannen dieTataren und sogar Chmielniczki, der Lemberg belagerte, fürsich und schickten zu ihrem Könige, in ihrer Mitte zu erschei-

1) kuäLvvsIci p. 202. So sehen wir, wie in kurzer Zeit diepolnische Krone dem Kaiser, dem König von Schweden, dem Zaar Ale-rej, dem Kurfürsten und Ragoczy angeboten wird. Der Kosack Chmiel-niczki hätte sie nehmen können, wenn sein Ehrgeiz so hoch gegangen wäre-