Schwedisch-polnischer Krieg.
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unter dem Fürsten Boguslaus Radzivill suchten bei ihm Schutzgegen Rußland und dachten daran ihn, als den Abkömmling einerJagclloninH, zum Könige auszurufen. Johann Kasimir suchteFriedrich Wilhelms Vermittelung nach und erbot sich, seinenAnsprüchen auf Schweden entsagen und nur den Titel davonnoch für seine Lebenszeit führen zu wollen, wofür Karl Gu-stav ihm und seinem Hause Livland von der Düna bis Nar-wa abtreten sollte, was der Kurfürst als völlig unangemessenden Schweden gar nicht einmal antragcn mochte. Als die Ge-fahr immer naher rückte, schrieb der hülflose Johann Kasimirum Beistand an den Kaiser, an die deutschen Fürsten, an dieKönige von Spanien und Frankreich, an den Papst, an denSultan, die Ungarn und die Kosacken und machte sogar demKurfürsten, wenn ihm dieser bcistchcn wollte, Hoffnung auf dasden Schweden zu entreissende Vorpommern.
Unterdessen zog der schwedische Marschall Wittenberg ein JuliHeer in Stettin zusammen, verlangte und erhielt, da es nicht 1655verwehrt werden konnte, friedlichen Zug durch das brandenbur-gische Pommern und die Neumark und drang mit 17,000Mann gegen Groß-Polen vor'). Die Palatinate dieses Lan-des hatten sich in Uscze versammelt. Der Kronuntcrkanzler 25 . JuliRadziejcwski rieth ihnen, sich zu unterwerfen. Ihr Heer,
34,000 Mann') stark, gab sich in schwedischen Schutz; stnwenig Tagen waren die Schweden in Posen, und Großpolenin ihrer Hand. 29. Juli
Am 19. Juli war Karl Gustav aus Schweden abgesegelt,landete am 25. mit 9 Regimentern auf Wolgast, rückte über 25 . JuliStettin und Konin zu Wittenberg, am 30. August ergab sich Zo. Augustihm das von Johann Kasimir verlassene Warschau; er drang
1) kuksnäork IHiä. Willi. V. 17. Das war weit her. Sophie,
Tochter König Kasimirs IV., war Urgroßmutter der Anna, der Großmut-ter Friedrich Wilhelms.
2) Das Heer war mit Lebensmitteln hinlänglich versehen und hieltgute Mannszucht, um den Brandenburgern nicht lästig zu werden, die csdoch an manchen Orten freiwillig mit Brod und Bier unterstützten.
Iliestr. Llurvp. VII. p. 772.
Z) Im IKeutr. Lurop. a. a. O. S. 773 werden sie nur 15,000Mann stark angegeben.