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2 (1837) Von 1640 bis 1688
Entstehung
Seite
96
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06 Buch IV. Zweites Hauptstück.

Vergeblich suchte Friedrich Wilhelm den Kaiser von der Ge-rechtigkeit seiner Sache zu überzeugen, und als nach dem Todeseines Schwagers, des wegen seiner Unternehmung gegen dieSouvcrainctät der Staaten sehr verhassten Statthalters Wil-helms II-, auch Holland zurücktrat, so musste er seine weit-aussehenden Entwürfe aufgeben und die Vermittelung Hollandsannehmen.

Eben so unerwartet als sein Angriff, war auch nun, daßer plötzlich eigenhändig an den Pfalzgrasen schrieb und diesen2 S. JuU einlud, persönlich mit ihm die Beilegung der Streitigkeiten1651 zu verhandeln und eine herzlichere und dauerndere Freundschaftzu gründen, als bisher ihre beiderseitigen Bevollmächtigten undMinister vermocht hätten. Der Pfalzgraf war ganz überraschtdurch diesen Antrag, auf den er, wenn auch ungern, eingingund der nur deshalb ohne günstigen Erfolg blieb, weil denalten Pfalzgrafcn fanatische Priester und sein eigener Sohn soängstigten, daß er in eine Krankheit verfiel. Doch wurde einWaffenstillstand beliebt, in Essen der Friede unter holländischerVermittelung, doch vergeblich, verhandelt, bis unter mancherlei11 . Ott. Schwierigkeiten die kaiserlichen Gesandten glücklich genug wa-1651 ren auf folgende Bedingungen zu vermitteln. Die Religions-übungs-Streitigkciten sollten gewillkürte Schiedsrichter entschei-den, alles Übrige in den Zustand vor dem Anfänge der Feind-seligkeiten hergestellt werden und derjenige von beiden, welcher,unter was für Vorwände es sei, wieder zu den Waffen griffe,sollte alle seine Rechte auf die Erbschaft verloren haben. Sowurde hier die Ruhe auf einige Zeit hcrgestellt, obwohl dieeigentlichen Gründe der Unzufriedenheit, der für Brandenburgnoch unvortheilhafte Theilungsvertrag und die Bedrückungender Protestanten im Iülichschen, die Spannung zwischen beidenFürsten erhielten.

6. Nov. Der unerwartete Tod Wilhelms II. von Dramen, welcher1650 Pix vereinigten Niederlande durch Abschaffung der Erbstatt-halterwürde so wichtige Folgen hatte, war höchst wahrscheinlichHauptursache des dem ersten freien Auftreten des Kurfürstensehr wenig angemessenen Ausgangs. Wilhelm II. hatte eine14. Nov. schwangere Gemahlin hinterlassen, welche einen Prinzen, den1650 nachher so berühmten Statthalter und König Wilhelm lll.,