Das Heer.
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miliz) nur 200 erschienen. Der Adel wollte 1644 gar nichtaussitzen. Es wurde hier nun der Versuch gemacht, im Landeeinige Schaaren zu werben, allein das mislang bei derUnbän-digkeit derselben, wodurch allein der Bauer an Plünderung,
^ Raub und Mord litt. Es musste endlich auch hier eingesehcnwerden, daß nur durch stehend geworbene Truppen etwas zuerreichen sei, weshalb bei Abdankung des Landvolks die für 1649dasselbe aufzubringenden Kosten für geworbene Völker verwen-det wurden.
Im I. 1651 hatte der Kurfürst bei seinem Streite mit 1651Pfalz-Neuburg, von welchem wir weiter unten sprechen werden,schon fast 16,000 Mann im Felde, und befahl noch 5000 zuwerben, was jedoch bei der baldigen Beilegung des Streitsnicht vollzogen, so wie auch das Heer selbst bald nachher wie-der etwas verringert wurde. Als darauf der Krieg zwischen' Schweden und Polen auszubrechen drohete, verstärkte er das
Heer wieder schnell, und konnte mit 72 Geschützen und über 165526,000 Mann im Felde erscheinen. Von diesen waren mitder Garde fast 12,000 Mann Reiter und 2500 Drago-ner, sämmtlich unter Obersten über Regimenter von sechsbis zwölf Geschwadern, und 12,000 Mann Fußvolk, inRegimentern von sieben bis zwölf Hauptmannschaften. DieseLeute wurden geworben, und fanden sich damals und nochlange nach dem dreissigjährigen Kriege leicht, wenn nur Geldvorhanden war. Zwar mussten in Preussen bei hoher Strafedie Ritterdienste noch geleistet werden und das Volk nach! einer bestimmten Anzahl von Hufen und Häusern Mann-
sckaft stellen, doch wurde dafür schon im folgenden Jahre Geld 1656entrichtet.
Um Einrichtung und Führung des Heeres hatte, nächstdem Kurfürsten, der Freiherr Otto Christoph v. Sparr, der alsGeneralfeldzeugmeister') aus kaiserlichen und Georg Derfflin- 1649
1) (Königs) Beiträge zur Kriegsgeschichte des großen Kurfürstenin der Lebensbeschreibung Otto Christophs Freiherrn v. Sparr: Sten-dal 1793. und Cosmars Staatsrath S. 334. Sparr wurde gleichAnfangs zum Generalmajor, wirklichen geheimen Kriegsrath, Gouverneurvon Kolbcrg und Obercommandanten aller Festungen in Hinterpommcrn,