Westphälische Friedensverhandlungen.
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ohne doch zum Kriege zu reizen. Als es vielmehr nach sovielen, mit unendlichen Schwierigkeiten berichtigten Punkten,besonders über die Religionsangelegenheiten, beinahe wieder zumvölligen Bruche gekommen wäre und der Kaiser dem Kurfür-sten, wenn sich dieser mit ihm vereinige, nicht nur ganz Pom-mern, sondern auch die für Abtretung eines Thcils desselbenerhaltenen vier Bisthümer, das Kriegsoberstenamt wie es derErzherzog Leopold gehabt und das Direktorium im niedersäch-sischen und westfälischen Kreise anbot, so lehnte dieser dasvorsichtig ab und rieth zum Frieden'), indem er wohl erwog,daß der kleinere aber sichere Gewinn vorzüglicher sei als dergrößere unsichere.
Besonders bemühet war er, den Neformirten nicht nurdie Vortheile der augsburgischen Confessionsverwandten imReiche zu verschaffen und zu sichern, sondern er wollte auchbeide Religionsparteien im Reiche als völlig gleich und ohneUnterschied betrachtet und bezeichnet wissen, da er sehr wohlwusste, wie nachtheilig den Protestanten ihre Trennung gewesenwar. Er ließ durch seine Gesandten erklären: er sei nichtgesonnen sich von der augsburgischen Confession und deren Na-men ausschliessen zu lassen und durch einen abgcfassten beson-dern Artikel (wie beabsichtigt wurde) der reformirten Religion,als einer neuen Religion, die Bencsicia der augsburgischen Con-sessionsverwandten zu erbetteln, weshalb er selbst drohend ver-langte, es solle überall in der Friedensurkunde das Wort evan-gelisch für beide Glaubensbekenntnisse gebraucht werden. Erhatte in seinem geheimen Rathe selbst laut gesagt, wenn manihn nicht ferner für einen augsburgischen Confessionsverwand-ten halten und so nennen wolle, so werde er ferner nichts beidem evangelischen Wesen zu thun haben, sondern seine Handdavon abziehen. Mit schwedischer Unterstützung setzte er es
1) Dieser merkwürdige und wichtige Antrag wurde ihm von demkölnischen Gesandten und paderbornschcn Kanzler Buschmann gemacht.Frankreich rieth ihm auch ab, das anzunehmen, weil es den Frieden hierwünschte, während Spanien damals denselben zu verhindern suchte, weilder Aufstand der Neapolitaner von den Franzosen unterstützt wurde,was nach dem Abschlüsse des Friedens noch leichter geschehe» konnte.IHsisrn IV. 799 ss.
Novb.
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12. Feb.1648