Westphälische Friedensverhandlung cn. 53
das Erzbisthum Magdeburg, dieses nach dem Tode des jetzi-gen Administrators mit Ausnahme von vier Ämtern, als welt-liche Fürstenthümer an Brandenburg kommen sollten').
Obgleich dies nun, wie die Gegner mit Bitterkeit undnicht geringer Übertreibung bemerkten, fast das Drei- ja Vier-fache des vom Kurfürsten Aufgegebenen betrug'), so war dochdieser damit noch gar nicht zufrieden, indem er auch das Bis-thum Minden verlangte. Dies fand sehr lebhaften Widerstand,besonders bei dem mit Brandenburg im Aufstrebcn wetteifern-den Hause Braunschwelg, dem dieses Bisthum gar zu günstiggelegen war. Doch wies das Oxenstierna damit zurück, daßBraunschweig sehr zufrieden sein könne, denn ausser Sachsenhabe kein protestantisches Haus mehr durch diesen Krieg ge-wonnen; bei der Ankunft der Schweden hatte Lüneburg nurnoch sieben Ämter besessen und jetzt besitze es deren sechzig.Vergeblich setzte sich auch Trautmannsdorf gegen weitere An-sprüche Brandenburgs, und führte an, Braunschweig habe schon,als Magdeburg und Halbcrstadt an Brandenburg überlassenwerden sollen, geradezu erklärt, daß es dann den Krieg fort-setzen werde, was er noch verhindert; jetzt werde es nicht nochmehr nachgeben. Wittgenstein entgegnete dreist, wenn man solange über Bisthümer streite, werde Brandenburg seine Ent-schädigung auf Schlesien richten, was Schweden und Frank-reich immer angeregt, der Kurfürst aber aus Achtung vor dem
1) lUsiern IV. 328.
2) IVIeisrn IV. 306. Es wurde nämlich, nach der allerdings sehrunzuverlässigen Reichsmatrikel, ganz Pommern zu 1208, der an Schwe-den überlassene Lheil Pommerns auf 800 Gulden, dagegen die Bisthü-mer Magdeburg mit IsOO, Halberstadt mit 432, Kamin mit 184, alsoinsgesammt mit 1S16, hierzu Minden mit 184 und Schaumburg mit176, also Alles zu 2276 Gulden angeschlagen; dazu rechnete man noch dieBisthümer Lebus mit 120, Brandenburg mit 64, Havelberg mit 240 undsogar das herzogliche Preussen mit 900 Gulden, also die gcsammtc Ent-schädigung zu 3600 Gulden. Die Katboliken waren sehr unzufrieden, daßBrandenburg insgesammt sieben Bisthümer erhalte. Wittgensteinsuchte auch 4. Januar 1647 noch Osnabrück von Oxenstierna zu erlangen.DaS Erzbisthum Magdeburg allein sei bedeutender, sagte man, als ganzPommern. Die drei märkischen Bisthümer, klagte man, hätten nie dieReichsanlagen bezahlt, war 13 Tonnen Goldes betrage-