47
Wcstphälische Friedensverhandlungen.
Der Kurfürst erklärte sich in Wahrheit ganz ernstlich denschwedischen Ansprüchen auf Pommern entgegen'): erstens, we-gen seines alten unbestrittenen Rechts auf dieses Land, dessenTitel und Wappen seine Borfahren bereits geführt hatten, unddas er auch wegen der Erbverbrüderung mit Hessen und Sach-sen nicht aufgcben könne; zweitens, weil er versichert sei, daßdie Stande und Einwohner Pommerns, die seinem Hause be-reits gehuldigt hatten und an ihn gewiesen worden waren, sichkeineswegs verschenken und verwechseln lassen wollten undkönnten, was auch den bestehenden Vertragen und dem aus-drücklichen Verlangen der ihm geneigten Pommern entgegen sei.Seine Ehre verpflichte ihn bei seinen getreuen Unterthanen festzu verbleiben. In der That stützte sich die pommersche Ge-sandtschaft auf den Bund ihres letzten Herzogs mit GustavAdolf, in welchem bestimmt sei, daß man die Stande nichtzwingen wolle einen anderen Eid zu leisten, als der sie bisherverpflichte. Schon im I. 1529 hatten sic an Brandenburgfür den Fall der Erledigung < eventualiter) gehuldigt. Stral-sund protestirtc besonders °), und spater erklärten die Ständegeradezu: „sie könnten nicht unbefragt wie Vieh veräußertwerden" ')-
Drittens, meinte der Kurfürst, sei Pommern die Thür zumReiche, welches von hier aus, so bald Fremde es besäßen, leichtangegriffen werden könne; das sei zugleich für Polen wegender Grenzen und für Dänemark wegen der Ostsee wichtig.Schwedisch würde Pommern der Apfel der Eris zwischen die-sen beiden Mächten sein. Endlich verbinde es durch seine Lagedie brandenburgischen Besitzungen mit Preussen, öffne ihm dieSee für den Handel und mache den Oderstrom für ihn frei.Wirklich lag ihm, nach Wittgensteins Äusserung, so viel andem Besitze der Odermündungen und der Stadt Stettin, daß
1) bleiern acta pacis VVestpkalicas publica 1.11. p. 451 ff. vgl.?ukenäork äs reb. suecicis XVIII. 62.
2) kukenäork äs reb. suecicis XVIII. 63.
3) kukeuäork äs reb. suecicis XVIII. 117: ss nsc inconsul-' eos pscoruui instar alienari Posse. Die Pommern waren gut branden-
burglsch und sehr gegen Schweden, kukenäork äs reb. I'riäericiIVilb. II. 44. u. 65.