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Buch IV. Erstes Hauptstück.
Nicht ohne Einfluß auf die Stellung, welche FriedrichWilhelm Schweden gegenüber nahm, war der Ausgang derUnterhandlungen über seine Verheirathung mit der KöniginChristina gewesen.
Gustav Adolf hatte diese Vermahlung vielleicht wohl des- jhalb besonders gewünscht, weil sie die Grundlage seines Sy- >stems in Deutschland gegen Polen bilden sollte, durch Verei-nigung Schwedens mit Brandenburg, Pommern und Preußenvielleicht als Haupt des gesummten evangelischen Deutschlands.Der junge Prinz sollte deshalb in Schweden erzogen werden,um die Sitten des Landes kennen und sich ancignen zu lernen,sich auch zum Luthcrthume bekennen; dem war aber sein Va-ter, welcher ohnehin dem großen Gustav grollte, durchaus ent-gegen. Als Friedrich Wilhelm zur Regierung kam, betrieb erdie Vermahlung mit der Christina sehr angelegentlich, hatteauch durch seinen Hofprediger Bergius den heftigen Zwistzwischen Lutheranern und Resormirten gern beseitigt, wie man !denn wohl nicht ohne Grund glaubte, er wünsche eine völligeVereinigung beider Confessioncn, und auch meinte, er werdeselbst lutherisch werden. Hier trat ihm jedoch überall die lei-denschaftliche Heftigkeit der Lutheraner in Schweden, die Staats-klugheit Oxenstjcrnas, wie die eigenthümliche Abneigung derChristina vor jeder Hcirath entgegen. Der große Kanzler AxelOxenstjerna war der Meinung, Friedrich Wilhelm habe zuscböne Erblander, um gern in dem rauhen Schweden zu leben,dieses aber als Nebcnland zu betrachten gestattete der Stolznicht. Hiezu kam, daß er den jungen Kurfürsten mit Recht >für einen zw selbständigen Mann hielt, um mit einer Frauvon so eigenwilliger Art, wie Christina war, in glücklicher Eheleben zu können; endlich meinte er, der Kurfürst sei nicht ge-wöhnt mit Standen zu verhandeln, daher deren Freiheiten zuertragen, und auch darin irrte der scharfsinnige StaatsmannApril nicht'). Als Friedrich Wilhelm sich nach und nach überzeugte,1645 daß ihm unübcrsteigliche Hindernisse im Wege standen, so gab !er diese Heirath auf, zog sich allmalig immer mehr von
1) kukensork lle reinig guecieis XIV. §. 49. se reinig festigVriä. IVilk. II. 35. Rühs Gcsch. Schwedens XVI. Z. 348 ausArkenholz.