Druckschrift 
2 (1837) Von 1640 bis 1688
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

Regierungsantritt.

21

Kaum mochte der Kurfürst Nachricht vom Anfänge dieserBewegungen erhalten haben, welche wahrscheinlich verabredetwaren, um ihn mit den Schweden gleich anfangs in ein feind-seliges Verhältniß zu bringen, als er verbot diese in ihrenWinterquartieren zu beunruhigen und besonders über die pom-i9.Januarmersche Grenze zu streifen und dort zu plündern. Er befahl, 1641mit den Schweden über Kriegslieferungen friedlich zu verhan-deln, von ihnen Schutzwachen zu erbitten und ihre Angriffenur abzuwehren, ohne sie zu verfolgen '). Er setzte zweigefangene schwedische Officiere in Freiheit und hatte durch siegern Einleitungen zur Unterhandlung über einen Waffenstill-stand getroffen; endlich bestrafte er den Urheber des Angriffsauf die Schweden in Mecklenburg mit dem Tode, und Burgs-dorf, Schwarzenbergs heftiger Feind,H bewog durch öffentlicheErklärung, der Kurfürst verhandele um Freundschaft mit Schwe-den, den Liliehök, welcher aus Pommern im Anmarsche war,und den Axell Lilie, welcher aus Mecklenburg in die Mark bisan die Havel vorgerückt war, wenigstens zum Ablassen vonFeindseligkeiten ^). Schwarzenberg, immer noch auf dem bis-her verfolgten Wege, in der Hoffnung den jungen Kurfürsteneben dahin zu führen, mißbilligte diese Schritte und die aus-gesprochene Absicht, das Heer zu vermindern, weil, wenn derKurfürst sich mit den Schweden friedlich setze, diese mit ihrenin Pommern und Mecklenburg nicht mehr nöthigen Truppenden Kaiser würden starker angreifen können. Mit vieler Ge-schicklichkeit bemühete er sich die Nachtheile einer Trennungvom Kaiser und einer Verbindung mit Schweden darzustellen,deren Angelegenheiten ja täglich mehr verfielen').

Der Kurfürst ließ sich indessen dadurch von seinem Ent-schlüsse nicht abbringcn, und wahrscheinlich besonders unzufrie-den mit Schwarzenbergs Verfahren beim Einfalle der Schwe-den, dankte er diesem zwar, obwohl ziemlich kalt, für den gu-

1) kutsnäorf I. Z. 8.

2) Noch am 12. Dec- 1639 hatte Schwarzenberg dem Kurfürstenvorgestcllt, wie nöthig es sei den Burgsdorf zu cassiren- Königs Ber-lin II. S. 26.

8) kutsnäork äs red. suscici» XIII. Z. 59 ff.

4) kukenäork I. tz. 8.