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Buch IV. Erstes Hauptstück.
stürmischen Wogen ein Schiff bald auf der Spitze der Wellentanzt, bald in den Abgrund geschleudert wird, so stieg und sieldie Wage der kriegführenden Parteien wechselsweise im furcht-1637 baren Schwanken. Bald waren die Kaiserlichen im Begriffeden Schweden die letzte Spanne Landes in Pommern zu nch-Mai nien und sie ganz aus Deutschland zu vertreiben, bald standen1639 die Schweden vor Prag und kurz darauf flogen ihre KugelnJanuar über die Donau nach Negensburg. Welche menschliche Weis-1641 hest hätte nach solchen Vorgängen auch nur mit einiger Wahr-scheinlichkeit den ferner» Gang und dann gar den Ausgangeines solchen Kriegs voraussehen können? Mochten nun aberdie Schweden oder die Kaiserlichen siegen, oder der Siegschwanken, immer waren die Marken bedrängt und Freundeund Feinde foderten viel und verheerten noch mehr, bei derallgemeinen Erschlaffung der Kriegszucht. Waren es doch, wiegesagt, nicht immer die Waffen der Gegner, welche die Heerezum Rückzuge zwangen oder ihre Reihen lichteten, sondern oft. der Hunger mit seinem Schreckensgesolge, Raub, Mord, Brandund Pest.
Hätte der junge Kurfürst nur wenigstens, entweder durcheinen kräftigen Entschluß dem einen oder dem andern Theileden Sieg oder das Übergewicht verschaffen oder sich durcheigene Macht beiden Parteien furchtbar machen können. Alleiner war ja selbst nicht Herr seines größtentheils offenen Landesund sogar nicht einmal der Truppen, welche die besten Festun-gen besetzt hielten. Von der andern Seite war sein Ansehnbei dem Besitze ausgedehnter Länder doch nicht so unbedeutend,daß nicht jeder seiner Schritte von beiden kriegführenden Par-teien eben so aufmerksam als argwöhnisch betrachtet wordenwäre. Immer in Gefahr erdrückt zu werden, musste er daher,und zwar mit ungemeiner Vorsicht, planmäßig verfahren. Herrin seinem Lande zu werden, war sein erstes Ziel, dann eineeigene Heeresmacht zu gründen, um sich ihrer frei bedienen,dadurch für jede Partei ein Gewicht verschaffen, dann nachUmständen möglichst unabhängig handeln und seine Zweckeverfolgen zu können. Damit hing genau zusammen die Noth-wendigkeit, seinen Ländern Erleichterung von dem Drucke frem-der Heere zu verschaffen, um selbst die zur Errichtung einer