Einleitung.
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nun noch darüber wundern, daß der eben so kräftige als lei-denschaftliche Friedrich Wilhelm I. die Criminalurtel nach Will-kür schärfte, hinrichten ließ, wie es ihm recht dünkte, ohneRichterspruch, auch gegen denselben, Adelige wie Bürgerliche,oder daß er dem Director und den Räthen des Kammergerichts,welche einen langen Musketier wegen gewaltsamen Einbruchsund großen Diebstahls gesetzmäßig zum Tode verurtheilt hatten,deshalb eigenhändig mit dem Stocke das Gesicht blutig schlug,weil ihm vorgestellt wurde, dasselbe Gericht habe einen Kriegs-rath, der eine weit größere Summe untergeschlagen, dennochsreigesprochcn? War doch der Begriff der unbeschränkten Ge-walt so durchaus fest, daß er nicht darnach frug, ob dadurchder Junker Autorität ruinirt würde, „denn Ich stabilire dieSouverainete wie einen Itooliei- von Lionee", schrieb er demMarschall der preussischen Landstände. An einem solchen Felsenmusste jeder Widerstand zersplittern; es gab schon keinen mehr;der große König hatte nur frei zu verfügen.
In den weiten Ländern der Monarchie hörte man keinelaute Stimme als das Commandowort auf dem Übungsplätzeder Soldaten, dem nur das zitternde Geräusch der Waffen alsZeichen der Vollziehung folgte, und die gesammte Mannschaftwar das Heer, das ganze Land der Übungsplatz und das Com-mando des Königs Wort. Es würde eine asiatische Despotiegeworden sein, die alles Edle und Schöne erstickt hätte, wärenicht der Kern in den Fürsten doch ehrlich deutsch gewesen unddurch das Christenthum veredelt worden, wären nicht, bei allerleidenschaftlichen Übereilung, so manche Gewalthandlungen den-noch aus einem tiefen Gefühle für Recht hervorgegangen undhätte nicht eben daher, trotz der unbeschränkten Gewalt undderen strengen Ausübung, sich ein rechtliches und selbst väter-liches Verhältniß zwischen Fürsten und Unterthanen gebildetund so auf der einen Seite den Druck gemildert, auf der an-dern Seite manche Übertreibung desselben ertragen lassen. Daswar es im Grunde auch fast allein, was den Unterthanen ihreLage erträglich machte; denn während die unbeschränkte fürst-liche Gewalt in vielen andern deutschen Ländern nicht wenigerwillkürlich einherschritt, wurde dort der Ertrag des saurenSchweißes der Unterthanen an Maitreffen und Günstlinge, an
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