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Myriaden von Fischen umgaben uns. Sie schienen hier beson-ders recht in ihrem Reiche zu scyn. Man hätte manchmal glaubensollen, daß es dem Schifflein schwer werden würde, sich eine Bahndurch ihre Massen zu brechen. Sind in diesem größtcnthcils stillenund ruhigen Meere, wo ewig nur die nämlichen Winde herrschen,die Segel einmal gerichtet, so hat man nichts weiter zu thun; auchwendete jeder Matrose seine müsstge Zeit immer nur dazu an, einigevon diesen unzähligen Fischen einzufangen, welche uns umgaben,und wenn sie dabei, was ziemlich selten geschah, einmal glücklichwaren, so war die Freude darüber groß. Wir waren so schlechtverpflegt und mußten im Vergleich mit dem, wie wir es doch ge-wohnt waren, uns so schlecht behelfen, daß eine Makrele, ein Del-phin, wenn sie schon kein Leckerbissen von Natur scyn mögen,uns doch höchst schmackhaft schienen und daß ein solcher Fang füruns alle zu einem köstlichen Mahle wurde. Es gab jedesmal einwahres Fest, denn ich glaube wir hätten Haifische gegessen.
Der Himmel mag übrigens unserm theuern Kapicain das ewigeLeben schenken für sein Fleisch, seine gesalznen Fische und allesandre elende Zeug, womit er uns regelmäßig zweimal des TageSvergiftete, obschon wir ihm ein enormes Kostgeld bezahlen mußten,wofür er uns den vorcreflichsten Tisch und die bequemste Wohnungversprochen hatte. Aber ein Trog, ein wahrer Düngerhaufen, vieroder fünf große Brode, einige Dutzend alte Hahne, das war dieganze Herrlichkeit. Nun traue ein Mensch auf die Redlichkeit die-ser Korsaren! Gott bewahre einen jeden dafür! —
In dem abgesonderten Zustande, worinnen wir unS jetzt befan-den, machte jede Sache stärker» Eindruck als sonst. Welche Glück-seligkeit und Freude war eS nicht, wenn wir, im Verhältnisse wiewir vorwärts kamen, immer von Zeit zu Zeit einen neuen Sternder Hemisphäre unsers Vaterlandes entdeckten und endlich alleSternbilder Europas wieder fanden. 3ch gab meinem Sohne anjedem Abende unter diesem schönen Himmel Unterricht in der Astro-nomie und am Tage üble er sich mit dem Kapicain in nautischenGegenständen. Der letztere entschädigte uns für das körperliche Lei-den, was er uns zufügte und wobei er uns so sehr betrogen hatte,durch geistige Nahrung in öftern und langen Vorlesungen, was erwirklich ganz vortrcflich machte.
Nach Verlauf eines Monats, den 20. September, erreichtenwir unsre mitternächtliche Halbkugel wieder, indem wir den Aequa«tor gegen Mittag fast mit der uns gegenüber sinkenden Sonne zu-
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