Leben nickt ganz zu vernachlässigen." Glücklicher Weise kreuzte sichdie endlich von London cingecroffene Erlaubniß zu meiner Abreisemit diesem meinen Unternehmen; ich wüßte nickt, wie es wohl sonstgeendet haben möchte. Der Gouverneur lies mir hiervon Nachrichtgeben und mir zugleich eine sür mich vorbereitete Wohnung in derStadt anbieten. 2ch schlug sie aus und begab mich, wie ich cSangczeigt hatte, zu der Familie des Doktors Lciscking, wo ick alledie zärtliche und liebreiche Pflege und Gastfreundschaft, die mir inTigcrbcrg zu Theil geworden war, in einem ächt patriarchalischenHause wieder sand, in welchem der Anblick so vieler Tugendendem Herzen schon wohlthun mußte.
Aber jetzt zeigten sich bald neue Unannehmlichkeiten. 2ch solltenun einmal den Leidensbecher bis auf den Boden leeren. DerGouverneur hatte mir zugleich mit der Nachricht von der Er anb-niß zu meiner Abreise zu erkennen gegeben, daß sich zwei vcrlchle-dene Gelegenheiten hierzu darböten, unter denen ich nur wählenund ihm dann meine Wahl anzcigcn möchte. 2ck crw'cdcrtc, daßdie schnellste Gelegenheit mir auch die liebste scyn würde. Ver-trauensvoll erwartete ich nun die endliche Benachrichtigung dcsGouverneurs mit meinen Pässen. 2ndesscn ich jetzt das Belte hü«j ten mußte, verflossen zwei Tage und das eine der beiden Schiffe
! segelte ab. Man stelle sich meine Angst und meine Leiden vor,
besonders als cs sich nun ergab, daß der Gouverneur mir nichtsweiter zu sagen gehabt und mir überlassen hatte, mich selbst, wieich könnte, aus der Affaire zu ziehen. 2ch schrie nun allerdingslaut, daß man mich habe die erste Gelegenheit zur Abreise vcrsäu-i, men lassen, aber die Sache war nicht mehr zu ändern und da sich
ein großes Schiff auf der Rhede befand, das ein Artillerie-Regi-
ment nach England zurückbrachte, so bat ich den Gouverneur, michdieses Fortkommen, besonders auch wegen des ärztlichen Beistandes,den ich auf demselben finden konnte, benutzen zu lassen. 2ch er-hielt zur Antwort, daß kein Platz mehr sür mich sei. Umsonst cr-j wiederle ich, daß wenn noch zwei Artillerie-Offiziere mehr wären,
> man sie gewiß nicht zurücklassen würde, und wenn noch zwei Ma-trosen mit fort sollten, sie gewiß auch Platz finden müßten; mehrbedürften wir aber auch nicht. Alle meine Bemerkungen warenunnütz. Es wurde der Einwurf gemacht, daß außerdem das SchissSankt Helena berühren werde, dieser Umstand aber schon hinreiche,eS mir zu untersagen. 2ch mußte der Gewalt nachgcbcn und dieWahl, welche mir der Gouverneur so großmüchig gelassen hatte, aufdaS einzige Fahrzeug beschränke», das sich noch außerdem aus der