124
aus dem Munde deS Sprechenden aufgcfaßc und damals nicdcrge.schrieben zu haben. Sie standen in den Schriften, die mir SirHudson Lowe auf Sankt Helena zurückbehaltcn hatte. Ick konntejedermann versichern, daß alle jene großen und schönen Gedanken,dasjenige, was über die höhere Politik gesagt ist, so wie die großenEntwürfe und überhaupt Alles, was in dem famösen Manuseripceanzirbt und gefallt, aus der Unterhaltung Napoleons herrührc undta meinem Tagcbucke stehe. Hätte ich In dem Buche nichts alödas gefunden, so wurde ich nickt einen Augenblick im Zweifel ge-wesen seyn, daß es direkt von Longwood hcrkomme, denn die Zeitwäre allenfalls auch cingekroffcn, da schon sechs bis sieben Monateseit meiner Vertreibung von Sankt Helena verflossen waren. Aberwoher rührre der fremde Zusatz, der sich darinnen fand? — DieseScndcrbarkeit konnte ich mir durchaus nicht erklären. Sollte dasein Mißbrauch seyn, den man mit meinen Papieren getrieben harte,sollte vielleicht eine fremde Hand sie zum Tbeil benutzt haben? —Aber nickt allein, daß ich einem so beleidigenden Gedanken, ohneBeweis dafür zu haben, gar nicht Raum geben durfte, es war auchzudem g:r nicht wahrscheinlich, daß eine so seindlichgesinnte Be-hörde etwas herausgegcben haben würde, das im Ganzen doch demberühmten Schlachtopfcr des von Len Königen gehaltenen Gerichtsgünstig war.
Mir welcher Gesinnung war denn nun eigentlich das Werk ge-schrieben? Sie ist sehr oft zweideutig. Was für Hände mögennur daran gearbeitet haben? Es finden sich so viele Widersprüche.WaS hat man sonach denn eigentlich damit gewollt? Der Stylist verschieden, der Geist selbst verschieden, die Duellen, aus denenman geschöpft hat, sind verschieden. Das Ganze scheint — esmuß sogar ein Flickwcrk seyn. Wie wäre cs sonst möglich, daß derVerfasser so vertraut mit den geheimen Plänen deS Sprechenden,so wie mir den Absichten seines Kabinets und doch so unbekanntmit seiner Meinung über öffentliche Verhandlungen und Thacsacken,wobei er gar nicht zurückhaltend war, alS über seine erste Vermäh-lung, die Lage der Franzosen in Egypten, die Vcrurcheilung deSHerzogs von Enghien u: s. w. gewesen wäre.
Wer durch sich selbst zu der Kcnntniß so wichtiger Geheimnissezu gelangen vermochte, wie konnte der dazu kommen, sie mit sogemeinen Jrrthümern zu vermischen — und war er gescheit genug,jene großen Wahrheiten zu errathen, wie hätte ihn wohl sein Scharf,sinn bei den übrige» Gegenständen so ganz verlassen können? Ickschweige übrigens von den sonderbaren höchst gesuchten Ausdrücken,