Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
153
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neu, wie das Vaterland, allen politischen Unruhen zum Trotz, dirMenschen verbrüoerc. Auch ich harte das Glück gehabt, die süßeUeberzeugung von gleichen Gesinnungen zu erhalten. Landsleutevon mir kamen heimlich bis in meine ferne Einöde; andere warenschon in Ncwlands, wie sie glaubten, mit Gefahr für ihre Person«liche Sicherheit und ihr Vermögen, zu mir gedrungen, um mir ihreDIenße anzubieten, und selbst in meine euge Hast in der Stadthatten sich einige Franzosen recht listig «ingeschlichen; ach! und insolcher Lage sind dergleichen Liebesbeweise dem Herzen so thrucrund werth!

UebrigenS beschränkte sich diese wohlwollende Thcilnahmc nichtaus unsre Landsleute. Ein amerikanischer Kapitain lies mir dasAnerbieten thun, mich aus meiner Einsamkeit zu retten. Er habean alles gedacht, für alles gesorgt, lies er mir sagen; ich durstealso nur wollen, denn ich harre blos einen Wirrh, keinen Wächter.Aber wozu hätte mir das helfen können? Es gab für michnur einen Drt, nur ein Ziel London und die Nähe der engli-schen Minister.

Wir suchten unS mir Hülfe unsrer gewöhnlichen Beschäftigun-gen die Zeit zu vertreiben. Ich halte mir einen Vorleser verschafftund bediente mich seiner sehr oft. Der Entfernung ungeachtet ver>sorgten uns doch unsre Freunde mir Zeitungen und andern Tags-nruigkeitcn. Ich las damals das Werk des Herrn Hobbhouse,das erste, glaube ich, das Napoleon günstig ist und in welchemman cs gewagt hat, einiges Gute von ihm zu sagen; ferner dasvon dem Doktor Warden, das aber, bei der besten Absicht, vonder ich überzeugt bin, viele Unrichtigkeiten enthält und endlich dasbekannte Manuscript von Sankt Helena, dasin Europaso v'el Theilnahme erregte und so begierig gelesen wurde. Manwar dorr so verschied,! cr Meinung, man erschöpfte sich in Muth-maaßungcn über die Auchenticirät und den eigentlichen Ursprungdieses BuchcS, aber das Erstaunen und die Ungewißheit, die cs beil mir selbst verursachte, die Menge von Dermuthungen, die ich dar-j »über anstelire, läßt sich gar nicht beschreiben. Ich war ganz außer

i mir, ich wußte nicht was ich denken sollte, wenn ich fand, daßganze Seiten die vollkommenste Wahrheit enthielten, Dinge, die mirauS der eignen verschwiegnen Brust gestohlen zu scyn schienen unddann wieder Stellen mit den allergemeinstcn Unrichtigkeiten vsrkn'men. Bisweilen hielt ich beim Lesen innc, um mich zu überzeugen,ob ick träume oder wache. Ich erkannte den Gegenstand, vollnän-! b,gc Phrasen, die eignen Ausdrücke wieder. Ich erinnerte mich, sic