Sonntags am 22. bis Montags am 23. Dezember.
^ Der Gouverneur kam zu mir, um die Wirkung zu scheu, welche! seine Erklärung samt den beiden Briefen hcrvorgebracht hätte. Er
> zweifelte nicht, daß sie einen großen Eindruck gemacht haben muß«
^ tcn und glaubte, daß er meinen Brief an den Großmarschall mit
den von ihm angedeuteten Abänderungen bereit finden mußte unddaß dieser meine Rückkehr nach Longwood bewirken würde. Ich^ sagte ihm aber ganz kalt, daß, weil er sich erlaubt habe mir dik»i rircn zu wollen, ich nun gar nicht schreiben würde. Er schien sebr^ erstaunt und betroffen hierüber — und nach langem Berathen mitsich selbst war er endlich so weit gekommen, mich zu fragen, obdie Abänderungen, die er gemacht hätte, das einzige Hindcrniß btcr«
! bei wären. — Diese ungewohnte Nachgiebigkeit von seiner S«tteleitete nun mein weiteres Verhalten. Ich war standhaft und kurz.Noch heute Abend, sagte ich zu ihm, würde er meine unwidcrruft
> liehe Entschließung samt der Angabe meiner Brwrgungsgründe undzugleich meine Bemerkungen über die verschiedenen Schriften erhal«ten, die er mir zugeschickc hätte. Ich wollte auf diese Weise jedesflüchtige, leicht abzuläugnende Wort vermeiden, da ich überhauptmeine Erklärungen lieber auf eine authentische Weise zu Papierbringe. Hier ist nun mein Brief:
„Mein Herr Gouverneur! Sie haben mir den Brief, welchenich, auf Ihr mündliches Anerbieten mich nach Longwood zurückzu«schicken, an den Grafen Bcrtrand geschrieben habe, mit Hinzuge«brachten Correkturen wieder zugesendet. So war denn aiso, wieIhnen das hier fast täglich begegnet, Ihr Anerbieten nur scheinbarund keineswegs reell; es sollte bei der Ausführung in sein Nichtsverschwinden. Das nimmt mich gar nicht Wunder. Sobald icham folgenden Tage über Ihren Antrag nachdachtc, habe ich mirdie Sache gleich nicht anders gedacht. Sie sind übrigens so ebr«sich gewesen, mit zu sagen, wie Sic nicht gestatten könnten, daßirgend eine Mittheilung der Ideen zwischen mir und Longwood stattfinde, oder mit anderst Worten, daß wir unsre wahren Wünscheuns gegenseitig zu erkennen gäben- Sie mögen hierzu nun wohlvielleicht Ihre sehr guren Gründe haben, ich will das recht gernzugcben, aber ich habe meinerseits auch nicht Lust, mit mir spielenzu lassen und dazu beizutragen, daß diejenigen getäuscht werden,welche sich für mich intcressiren. Ihre Stellung zwischen LongwoodUnd mir ist doch gar zu vortheilhaft, mein Herr! ich soll an denGrafen Bcrtrand nicht einmal schreiben, was ich denke, sondernnur was Sie mir dikciren. Ich leiste daher gänzlich Verzicht, be«i trachte Ihr Anerbieten als nicht geschehen, da die Annahme dessel»