Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
76
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Grabe züchten und ich konnte nicht begreifen, warum er die Sacheso verwickelte und nicht vorzog, uns anderwärts sterben zu lassen.

Sir Hudson Lowe kam noch desselben TagcS, bewogen, wie ersagte, durch daS meinen Sohn betreffende Billct, zu mir. Erhatte den Doktor Baxter holen lassen, der ihm auf dem Fußefolgte.

Ich sah bei einein sehr langen Gespräche mit mir recht deut-lich, daß Sir Hudson Lowe heute etwas mit mir im Schilde führte.Wir fühlten uns gegenseitig über mehrere Punkte aus die Zähne.Er äußerte endlich, daß er mich anfangs darum nicht habe nachEngland schicken können,, weil der Kaiser mein Tagebuch, als aufseinen Befehl geschrieben, in Anspruch genommen und ich gleich-wohl meinerseits verlangt hätte, daß cs mich nach England beglei-ten solle — ein Raisonncmcnt, das eben so abgeschmackt als hin-terlistig war. Dann, sagte er auf einmal, alS ob ibm ein Strahldes Lichts vom Himmel käme und ihn plötzlich eine Art von Nach-giebigkeit ergriffe, daß er recht gern darein willigen würde, wennich etwa nach Longwood zurückgchen wollte. 2ck zitterte — den-noch sielen mir sogleich die inhaltsschweren Worte des Kaisers einund ich antwortete daher, daß dies zwar nun ganz gegen meineAbsicht sei, wenn ich aber dcSfalls von deö Kaisers Verlangen un-terrichtet werden sollte, sich mein Entschluß hierüber sofort ändernwürde. Hierauf erwiederte er, daß er viele Ursache habe zu glau-ben, daß eS der Kaiser wünsche, und die Sache schien ihn über-haupt recht sehr zu beschäftigen. Er hatte offenbar irgend eineIdee mit mir, aber ich erriech sie nicht. Als ich ihm nun bemerk-te, daß ich nach Longwood schreiben müßte, um den Wunsch desKaisers zu erfahren, so verweigerte er das nicht geradehin, aber erdrückte sich auf eine sehr verwickelte Weise darüber aus. Endlichverlies er mich — wenigstens glaubte ich cs und dachte, daß erschon weit entfernt seyn müsse. Er hatte aber die ganze Zeit übermit dem -Offiziere, der sein besonderes Vertrauen besitzt, ins Geheimgesprochen und trat nun wieder ein, um mir zu sagen, daß er,nachdem er sich die Sache überlegt habe, für gut fände, wenn ichin Betreff meiner Rückkehr an den Großmarschall schriebe — alleines bliebe wohl ausgemacht, daß cs ganz auf die Art ankommenwürde, wie ich meine Gedanken verbrächte, um den Kaiser überLaS Ja oder Nein bei seiner Erklärung zu bestimmen. Das warnun freilich wahr und ich lachte darüber. Da ich nun aber diewichtigsten Punkte unsers langen Gesprächs in Klarheit bringenwollte, dabei auch einen festen Beschluß hcrbcizuführen wünschte,so schrieb ich ihm, sogleich nach seinem Weggehen, folgenden Brief.