Ehre eures Landes und die Heiligkeit eurer Gesetze fremden Inter-essen prciß gegeben, wozu euch niemand zwingen konnte.
„Welche Uebcl entstehen nicht durch so ungeheure RechtSvcr,letzungcn sur das arme Europa! Welche Leidenschaften werden nichtdadurch aufgeregt! Wer sicht nicht in diesen willkührlichen, tyran- ^
Nischen Maasregcln, in dieser Verachtung aller Gesetzlichkeit, in dem ^
Verfahren gegen den Kaiser Napoleon ein recht studirtcS Wieder» i
aufstrcben gewisser politischer Doktrinen? Der Sturm war bcsäns- ^
tigt; man regt ihn abermals auf. U bcrall hört man die gezwun-gene Behauptung, daß die Revolution in Napoleons Aechtung er- !
lösche. Seltsame Verblendung! Man vergißt, daß er selbst sie !
beendet hat! Man fängt sie von vorn an. Die Völker Europaswerden bald mehr als je im Gähren seyn.
„Nach Inhalt der von den englischen Ministern ertheilten In-struktionen sollte der Kaiser den Titel General erhalten; sie un-tersagten jedes Zeichen besonderer Achtung und Ehrfurcht. DerKaiser konnte auf diesen Titel stolz seyn; er hat ihn unsterblichgemacht; allein die Verhältnisse und die dadurch auSgcdrückte Ab-sicht machten ihn zur Beleidigung. Wir glaubten nicht, daß eSden englischen Ministern zukomme, die Ordnung der Dinge in Eu-ropa willkührlich abzuändern und ihm den von einer großen Nationbeigelegten, durch kirchliche Weihe und seine Siege geheiligten, durchTraktaten anerkannten und ihm von dem ganzen Contincnce zuge-standenen Namen, nach ihren Belieben zu rauben — wir beharrcendaher darauf, ihn, der wenig Tage zuvor sich selbst den Titel einesObersten gewählt hatte, fortan Kaiser zu nennen.
„Unsre zweimonatliche Fahrt war übrigens glücklich, gleichför-mig und ruhig. Es wimmelte auf dem Schiffe wie auf allen Punk-ten brittischcr Herrschaft von Pamphlets und Schmähschriften ge-gen des Kaisers Person, Charakter, Formen, Sitten und Hand-lungsweise. Alles siel mit Dorurtheilen über ihn her und cs warein merkwürdiges Schauspiel für den aufmerksamen Beobachter, wienach und nach der Lüge Nebel sich vor dem Glanze der Wahrheitzerstreuten und dann der Horizont ganz andere Farben annahm.Man hörte nicht auf, seine Ruhe, seine Heiterkeit, seine Kenntnisseund besonders die Gleichheit seiner GcmüthSstimmung zu bewundern.Als wir von einander schieden, entschlüpfte demjenigen, der ammchrestcn mit ibm zu thun gehabt halte, die Bemerkung, daß erihn bei keiner Gelegenheit unzufrieden oder begehrlich gesehen habe.
„Der Kaiser brachte jeden Morgen in seinem kleinen Zimmerzu. Gegen fünf Uhr rrat er in den Salon, wo er eine ParchicSchach spielte, ehe er sich zur Tafel setzte. Während des Dinerssprach der Kaiser selten und nur wenig. Cie wissen, gnädigster