Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

22

sei hätte, der Kaiser werde großmüthig und ohne Mißtrauen das«selbe benutzen, um dann in England selbst die Mittel zu seinerReise nach Amerika zu suchen. Der Kapitain bemerkte hierauf,er könne mir nicht dafür haften, daß inan uns dieselben zugestehenmöchte, versicherte aber zugleich, unter der Beistimmung mehrererOffiziere, daß wir ohne allen Zweifel daselbst eine Behandlung sin«den würden, die einer so erhabnen, großen und edelgesinnten Na«tion würdig sei.

„Bei meiner Rückkehr versammlete der Kaiser uns Alle umsich her und fragte uns um unsere Meinung. Sie ging einstimmigdahin, daß wir die unS angebotene Gastfreundschaft annehmen müß»ren. Kein Mensch hegte die geringste. Besorgniß. „DaS ist eineGelegenheit zum Ruhme, sagte man, welche der Prinz-Regent be«gierig ergreifen wird. Welcher Triumph kann herrlicher für Eng»land scyn, als dieses edle Vertrauen seines großen Feindes, als die-ser Vorzug, den er ihm vor seinem Schwiegervater und seinem al-ten Freunde giebt! - Es wird dieses Ereigniß ewig in den Ge-schichtsbüchern jenes Reichs glänzen und der größte Lobspruch fürdie Vorlresflicbkeit und de» hohen Ruf seiner Gesetze seyn!" 2chwagte cs, gnädigster Herr! mich hierbei selbst auf die hohe Mei-nung zu berufen, die Ew. Durchlaucht von dem Nationalcharakterdes englischen Volkes, seiner Moralität, seinem Edelsinne und sei-nem Einflüsse aus die Handlungen der Regierung hegen. Der Kai-ser glaubte allerdings, daß seine Flucht nach Amerika mit Eifer-sucht betrachtet werden und mancherlei Schwierigkeiten unterworfensepi, würde, und da er dieses Asyl nur gewählt hatte, um unterfesten Gesetzen zu leben, so kümmerte es ihn wenig, wenn er auchgezwungen wurde in England zu bleiben, da er jene Dorrheile da-selbst ebenfalls erlangen konnte. Er beschloß nun dieses endlichselbst und schrieb an den Prinz-Regenten jenen merkwürdigen Brief,den alle Zeitungen Europas wiederholt haben.

„Ich begab mich noch an demselben Abende wieder an denBors des B clle r oph on, kündigte die Ankunft des Kaisers aufden folgenden Morgen an und blieb die Nacht über dort. DerGeneral Gourgaud, Adjutant Sr. Majestät, welcher mich begleitete,wurde sogleich nach England abgesendet. Er war der Ueberbringerdes Briefes an den Prinz-Regenten und sollte Sr. Künigl. Hoheitdes Kaisers Wunsch zu erkennen geben, in seinen Staaten, unterdem Namen eines Obersten Düroc zu landen und sich, mitseiner Genehmigung, in einer seiner Gesundheit am zuträglichstenProvinz niederzulassen.

„Kaum war der Kaiser am Bord des Bellerophon angelangt,alS auch schon der Admiral deS Kreuzers erschien und neben unS