Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
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Uebrigens muß ich aber doch bekenne», daß dieser Gouverneur,seitdem er mich in seinen Händen hatte, überaus höflich und auf-merksam gegen mich war und es recht darauf anlegte, mirZeichen seiner Achtung zu geben. 2ch habe gesehen, wie erselbst in höchsteigner Person eine Schildwacht, die durch ihren An-blick mir unangenehm werden konnte, hinter Bäume stellte, wo ichsie nicht sehen sollte. Diese Geneigtheit, seine redlichen Absichten,wie er sie nannte, entsprangen, nach seiner Versicherung, aus einem lreinen Wohlwollen, das er zu mir hegte, und die Art, wie er mitmir sprach, war dabei so herzlich, daß ich mehrmals zu zweifeln bc-gann, ob nicht die Meinung, die wir bisher von ihm gehabt hat-ten, ungerecht sey? — aber am Ende überzeugte ich mich doch !stets, daß Sprechen und Handeln bei Sir Hudson Lowe zwei sehrvon einander verschiedene Dinge seycn. So habe ich zum BeispieleIn dem Werke von L'Meara gelesen, daß er gerade in dem Augen-blicke, alS ich mich von ihm durch Güte überhäuft glaubte undwie eine Art von Vorwurf daraus machte, ihm so abgeneigt gewe-sen zu scyn, von ihm selbst geschmiedete Geständnisse durch denDoktor an Napoleon bringen lies, die er theils mündlich, thcilSschriftlich durch mich erhalten haben wollte — und zwar alles dies !wahrscheinlich in der Absicht, in Longwood auf diese Weise einige !Worte oder sonst Aufschlüsse herauszulockcn, von denen er Ge-brauch machen könnte. So lies er mich unter andern sagen, wieick dem Gouverneur eingestanden, daß er eigentlich gar kein Unrechtgegen uns habe, sondern wir mit einander in Longwood dahin über-eingekommen gewesen wären, dem Kaiser alles zu entstellen, umdiesen in der Erbitterung zu erhalten. Welche elende, erbärmlicheMittel! 2ch könnte noch viele Dinge dieser Art erzählen, doch fol-gender Zug wird mich dieser Mühe überhcben.

Mein Sohn war fortwährend sehr krank. Seine Pulsschlägewaren bisweilen so heftig, daß er aus dem Bette aussprang undmit großen Schritten im Zimmer umherlief, oder sich in meineArme warf, wo ich sein Verscheiden fürchtete. Der Dokcor Bax- !ter, Oberarzt der 2»sel und Tischgenosse des Sir Hudson Lowe, jvereinte, wie ich ihm gewiß nie vergessen werde, seine freundliche !Sorgfalt mit dem Bemühen des Doktors L'Meara. Beide stellten !Sir Hudson Lowe den bedenklichen Zustand meines Sohnes vor und !unterstützten meine Bitte, ihn nach Europa zu schicken, mit Lebhaf» ^tigkeic. Als nun Doktor L'Meara einst, nach einem neuen An- 'falle, Sir Hudson Lowe desfalls allein bestürmte, schaffte er sich, >seiner Zudringlichkeit müde, denselben mir den Worten vom Halse:Ucberhaupt, mein Herr, was fragt denn die Politiknach dem Tode eines Kindes! — Herr L'Meara hat mir '