Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
28
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den Kaiser zu gut kannte, »in nicht zu missen, daß diese Sorglo-sigkeit, diese scheinbare Zerstreuung keineswegeS ein bloßer Zufall,oder gar eine bloße Laune sey; aber welche Grunde konnte ernur dazu haben? Dao lag mir den ganzen Tag über im Kopfe,ich war betreten und recht unglücklich. Die Nacht kam heran, unddas nämliche Gefühl, dag mich den Tag über beunruhigt hatte,brachte mich um den Schlaf. 2ch gieng im Geiste recht schmerz-lich alles durch, waö nur eiulgermaaßcn sich hierauf beziehen konn-te, alS auf einmal mir ein Lichtstrahl in die Seele fiel. Was fodreich auch von dem Kaiser, so fragte ich mich selbst. Kann er sichdenn bis zu diesem Detail zu Dingen, die so tief unter ihmsind hcrablassen? Es ist klar, daß eine unterdrückte Abneigung,daß ein wahrer Ekel dafür an dem Schweigen schuld sind, daSmich betrübt. Aber dürfen wir darum die Gelegenheit ungenütztvorbei gehen lassen? Können wir ihm nicht dienen, ohne ihm wehzu thun? Jezt traten mehrere seiner Acußerungen mir wieder vordie Seele. Halte ich ihn nicht von der Sache in Kennlniß gesetzt,hatte er sie nicht genehmigt; was wollte ich mehr? Nun warrS meine Sache zu handeln; auch faßte ich augenblicklich den Ent-schluß, dabei vorwärts zu gehen, ohne ihm weiter etwas davon zusagen und damit der Handel geheim bleiben solle, so wurde ichmir mir einig, alles allein zu machen.

Vor einigen Monaten schon war es mir gelungen, den bekann-te» Brief eine Antwort an Sir Hudfon Lowe, in Betreff derCommissarien der Alliinen, sortzuschaffen, und es war dies bis >ezrdas einzige Aktenstück, das nach Europa abgegangen war. Derje-nige, der es bestellen wollte, brachte mir ein großes Stück Atlasund ich verbrauchte einen Tbeil desselben zu jener Schrift. Einandres Stuck besaß ich noch davon und das war gerade was ichgebrauchte. So vereinigte sich denn Alles, um mich dem Abgrundezuzuschlcuderu, in welchen ich stürzen sollte.

So wie der Tag anbrach, gab ich meinem Sohne, auf dessenVerschwiegenheit ich rechnen konnte, den Rest Atlas, und er saßden ganzen Tag, um meinen Brief an den Prinzen darauf zuschreiben. Mein junger Mulatte hielt in der Nacht richtig Wort.Er war eine Art von Schneider, nähte sich selbst, was ich ihm anoer«traute, in seine Kleidungsstücke ein, und nahm dann Abschied von mir,wobei ich ihm, im Fall er noch einmal wieder käme, noch mehr mit-zugeben versprach, und ihm glückliche Reise wünschte, wenn ich ihn nicht

) Das Journal des Dvctor O'Meara sagt wieach einem Zeiträumevon d Jahre», daß ich den Kaiser vollkommen errathe» hatte.