Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
27
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entweder unter dem Vorwände seine Schwester zu besuchen, die inunsrer Wirthschaft eingestellt war, oder auf die nämliche Weise, wiecs ihm hcuce gelungen war, wiederkommen.

2ch hatte nichts Eiligeres zu thun, als dem Kaiser zu melden,wie glücklich ich scy. Er war sehr zufrieden darüber und schieneinen gewissen Werth auf die Sache zu legen. Nun war ich sehreifrig und bemerkte mehrmals mit vieler Warme, daß wir nunschon über Ein 2ahr hier wären, ohne daß sich unser Loos nurim Geringsten verbessert und daß man uns vielmehr jeden Tagmehr beschränkt, gcmißhandelt und wie Misselhäter gemartert hätte.Wir wären hier auö der Welt verkannt; ganz Europa scy in Un-wissenheit über unsre eigentliche Lage; cö scy unsre Pflicht sic ihmbekannt zu machen. Täglich erführen wir aus den Zeitungen, hin-ter welchem betrügerischen Schleyer man unfern Zustand verberge,die unverschämten groben Lügen, deren Gegenstand wir wären; wirmüßten also die Wahrheit aufoecken. Sie würde dann vielleicht biszu den Fürsten dringen, die sie ohne Zweifel nicht wüßten, würdeden Völkern bekannt werden, deren Theilnahme tröstend für unsseyn, deren lauter Unwille uns am Ende selbst an unfern Henkernrächen würde:c..

Wir giengcn nun unser kleines Archiv durch. Der Kaiser ver-theilte die Materialien, damit, wie er sagte, jeder das Seinige rechtgeschwind niederschreiben möchte. Der Tag verstrich jedoch ohnedaß etwas in der Sache gethan wurde. Am folgenden — es warFreitag — wagte ich, sobald ich den Kaiser sah, ihn an den gcste-rigen Gegenstand zu erinnern, aber er schien sich viel weniger dar-um zu kümmern und sagte am Ende: wir wollen sehen.Auch dieser Tag vergieng wie der gestrige und ich stand wie aufglühenden Kohlen.

2n der Nacht kam, um mich aufs Neue zu sprechen, meinBedienter, und wiederholte sein Anerbieten. 2ch sagte ihm,daß ich es benutzen würde und er dabei ganz unbedenklich seynkönne, weil ich ihm kein Verbrechen ansinnen und ihn keiner Ge-fahr aussetzcn wolle. Er antwortete: 2hm sey das ganz gleich-gültig. Er werde jeden Auftrag übernehmen, nur müsse er mir sa-gen, daß er übermorgen, Sonntags, sich pünktlich einfindcn werde,ihn abzuholen, indem er Tags darauf wahrscheinlich abscgle.

Am folgenden Tage — Sonnabends — eilte ich, als ich zudem Kaiser kam, ihm dies leztcre zu melden und stellte vor, daßwir nur noch 24 Stunden Zeit Härten, aber der Kaiser sprach ganzgleichgültig von andern Dingen. 2ch war sehr betroffen, da ich