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Moreau zeigte sich gegen den Ersten Consul bald gut, baldnicht gnt — zuweilen unterwürfig und dann wieder beißend. DerErste Consul hätte ihn gern gewonnen, war aber genöthigt, siel?ganz von ihm zurückzuziehen. „Moreau, sagte er, wird sich amEnde die Stirn an den Schloßsäulen einrenncn." Zu allen diesenDingen trieben ihn die lächerlichen Inconsequenzen seiner Frau undseiner Schwiegermutter. Diese gicng so weit, daß sie der Gemahllin des Ersten Consuls den Rang streitig machen wollte. „DerMinister der auswärtigen Angelegenheiten, sagte Napoleon, mußteeinmal bei einer ministeriellen FKe Gewalt gegen sie gebrauchen,um sie znrückzuhalten."
Sobald Moreau verhaftet war, lies ihm der Erste Consul sa-gen, eS würde ihm sein Geständniß genügen, daß er Pichegrü ge-sprochen habe, um dann alles weitere Verfahren gegen ihn cinstcl-len zu lassen. Moreau antwortete in einem sehr hohen Tone; so-bald aber Pichegrü auch arretirt war, und nun die Sache eineernste Wendung nahm, schrieb Moreau einen sehr dcmüthigcn Briefan den Ersten Consul; fetzt aber war cs nicht mehr Zeit.
Moreau hatte wirklich mit Pichegrü und Georges eonferirt undaus ihre Vorschläge folgcndcrmaaßcn geantwortet: „Bei der jetzi-gen Lage der Dinge kann ich nichts für euch thun; ich kann nichteinmal für meine Adjutanten stehen; aber schafft euch den Er-sten Consul vom Halse; Ich habe-meine Anhänger im Senatund man wird mich augenblicklich anstatt seiner ernennen. Sie,Pichegrü wird man, in Betreff des ihnen vorgeworfenen Verrarbsan der Sache der Nation, zur Rede stellen. Sic dürfen sich nichtverheimlichen, daß man sie nothwendig vor Gericht fordern muß, alleinich verbürge das Resultat; dann sind Sie zweiter Consul; wirWahlen den Dritten nach unserm Gefallen und gehen einträchtigund ungehindert unfern Gang. Georges, der dabei gegenwärtigwar, und welchen Moreau noch gar nicht kannte, nahm den drittenPlatz sehr lebhaft in Anspruch. „Das kann nicht sepn, sagte Mo-reau. Sie kennen den Geist nicht, der Frankreich beseelt. Sicsind stets weiß gewesen und sehen, daß sich Pichegrü schon wegender Absicht cS scyn zu wollen rein waschen muß. — Ich verstehe,sagte jetzt Georges zornig, welches Spiel man da treibt. Wofürsehen Sie mich denn an? — Sie arbeiten also blos für sich alleinund keinesweges für den König? Wenn das so gehen soll — nurblau für blau, — da ist mir am Ende der jetzige lieber." Malitrennte sich in großer Unzufriedenheit. Moreau bot Pichegrü, die-sen groben Menschen, diesen unsinnigen dummen -Ochsen nicht wie-der mitzubringen.