Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
83
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ich hatte nur reden, nur wünschen dürfen-

Und nun? Ihr solltet sehen, wie sie sich davon schlei-chen." In diesem Augenblicke sah der Redende

empor und bemerkte, daß das Antlitz seines Zuhörerssich ganz umwölkt hatte. Er mußte etwas Dummes ge-sagt haben. Um es wieder gut zu machen, verwirrteer sich ganz und gar: „Ich wollte nur sagen .... ichverstehe nicht .... ich.wollte nämlich sagen."

„Was wolltest Du sagen? Was? Du hattestalso mein Werk zu untergraben angefangen, ehe nochetwas dafür gethan werden konnte? — Es ist gutfür Dich, daß Du zeitig genug enttäuscht wurdest.Wie? — Du suchtest Freunde? — und was fürFreunde! — sie hatten Dir selbst mit dem bestenWillen nicht helfen können. Und Du wolltest denEinzigen, der Dir helfen kann und will, von Dirstoßen? Weißt Du nicht, daß Gott der Freundaller Nothleidenden ist, die ihm vertrauen? WeißtDu nicht, daß cs dem Schwachen nichts hilft,wenn er die Zahne weist?" — Er ergriff Ren-zo beim Arme. Sein Blick sank zur Erde, feineStimme ward feierlich, leise, und wie überirdisch:„Und hülfe es ihm auch, die Hülfe wäre entsetz-lich! Renzo! willst Du mir vertrauen? — Wassage ich! mir? mir armen, unwürdigen Menschenund Klosterbruder? — Willst Du Gott vertrauen?"

»Ja, gewiß!" erwiederte Renzo. „Er ist jader wahrhaftige Herr!" —

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