kommen, halt, halt ! ja, und erst im vorigen Jahreunter dem jetzigen Herrn Gouverneur; ich kannEuch mit der Hand drauf führen." Er stand vomSessel auf, und wühlte lange unter den Foliantenherum: „wo steckt er denn? immer der Unrechte!Da muß erseyn, denn die Verordnung ist wichtig-Ach da ist er, da ist er! „ Er zog ihn hervor, blät-terte darin herum, verweilte endlich bei einer Stelle,sah nach dem Datum: 15 Dctober 1627. — „Alsovom vorigen Jahre; könnt Ihr lesen, mein Sohn?"„Ein wenig, Herr Doktor." '
„Nun so stellt Euch dicht hierher."
Der Doktor sing Hieraufan, lange Verordnungenvorzulesen, die nicht den geringsten Bezug ausRenzo'sLage hatten, und als dieser mehrmals nach der Anwen-dung fragte, verwies er ihn zur Geduld, sie werdegleich kommen. Der Doktor glaubte, Renzo haberin Verbrechen begangen; er verwunderte sich also,als derselbe immer neugieriger, keineswegs aber be-stürzt, ihm beim Vorlesen der diesfallsigen Strafen überdie Achsel sah, und als er endete und noch einen ei-genen Sermon dazu hielt, worin er ihm erklärte, erwolle ihm beistehen, wenn er keinen Vornehmen be-leidigt habe, und ihn veranlaßte, sein Vergehen deutli-cher zu nennen, so wie auch den Namen des Belei-digten, unterbrach ihn Renzo ganz verwundert.
„Aber, Herr Doktor, Ihr habt mich ja ganzfalsch verstanden; ich habe mich gegen NiemandenI. D