Druckschrift 
2 (1828)
Entstehung
Seite
322
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„Meine Mutter!" rief diese; und als sie hie-rauf von ihm hörte, wie er, nach dem Willen undErmessen des Erzbifchoffs, nach der Mutter geschickthabe, zog sie sich die Schürze vor die Augen undbrach in heftiges Weinen aus, das noch eine Weileanhielt, als der Pfarrer schon fort war. Und als diestürmischen Gefühle, die ihr diese Nachricht erregte,ansingcn, ruhigeren Raum zu geben, erinnerte sichdas arme Mädchen, daß sie auch um diesen, ihrjetzt bevorstehenden, vor wenig Stunden noch so we-nig erhofften Trost eben damals besonders gebeten,ihn gleichsam zur anderen Bedingung ihres Gelübdesgemacht habe. Sie errinnerte sich deutlich und klarihrer damals gesagten Worte: Führe mich sicher zumeiner Mutter! bestärkte sich mehr als zuvor in demVorsatze, ihr Gelübde zu halten und klagte sich mehrals zuvor eben erst darüber empfundener Reue undVerdrußes an-

Als man von Agncsen sprach, war dieselbe nurnoch ein kleines Stück Weges entfernt. Es läßt sichdenken, was die arme Frau bei der unerwarteten Ein-ladung, beider, nothwendigerweise verdrehten, dun-keln, Nachricht einer zwar vergangenen, aber furcht-baren Gefahr eines ungewissen Ereignisses, von demder Bote weder Ursache noch Umstände anzugeben,das sie selbst nicht einmal aus der Vergangenheit sichzu erklären vermochte, empfand. Nachdem sie sich