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2 (1828)
Entstehung
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zu reisen, sich, wenn auch nur für wenige Augen-blicke , mit ihm in seine Wohnung zu begeben. Umdiese Feigheit zu verscheuchen, und da es ihm nichtschicklich vorkam, den Pfarrer, wahrend sein neuerFreund gegenwärtig scy, bei Seite zu nehmen undHeimlichkeiten mit ihm zu haben, so bedachte er, dasbeste Hülfsmittel sey wohl, was er auch außerdemschon gethan haben würde, mit dem Unbekanntenselbst zu sprechen, wo Don Abbondio aus dem Ge-spräche selbst abnchmen könne, daß nichts mehr zufürchten sey. Er trat also zu ihm und sagte mit zu-vorkommender Vertrautheit, die einem neuen, bedeu-tenden Verhältnisse so eigen ist, wie alter, freund-schaftlicher Verbindung: „Glaubt nicht etwa, daßich mir diesen Besuch für heute genügen lasse. Ihrkommt wieder mit, nicht wahr? In Gesellschaft die-ses braven Geistlichen?"

„Ob ich zurückkomme?" entgegnen der Unbe-kannte : „ und wiest Ihr mich ab, so würde ich dochnicht von Eurer Thüre weichen, wie ein Bettler anihr harren. Ich muß mit Euch sprechen! muß Euchhören, Euch sehen! kann Euch nicht missen!" Fried-rich nahm ihn bei der Hand, drückte sic und sagte:„ Erzeigt also diesem Psarrhause und mir die Ehre,mit uns zu Mittag zu speisen- Ich erwarte Euch.Unterdes gehe ich und bete und danke mit Allen;Ihr erndet die ersten Früchte der Barmherzigkeit."