mens VIII. 159Z daS Erzbisthum Mailand antrug,war er nicht blos äußerst bestürzt darüber, sondernschlug es auch ohne Zaudern aus und verstand sich nurauf ausdrücklichen Befehl des Pabstes zur Annahme.
Auf ähnliche Sprünge kommt, wer weiß esnicht, die Heuchelei gar oft, ohne besondere Mü-he; der Spott reibt sich deshalb ebenso häufig anihr, mit vollem Rechte. Hort deshalb aber eine sol-che Handclsweise auf, der natürliche Ausdruck einestugendhaften, geweihctcn Gcmüthes zu scyn? DasLeben ist der Probirstein der Worte, und Worte die-ses Ausdruckes, wären sie auch über die Lippen allerHeuchler und Spötter der Welt geflossen, sind undbleiben doch schön, gehen sie einem an Wohlthunund Seibstvcrläugnungen reichen Leben voran odernach. /-.2
Erzbischofs Friedrich legte die besondere- unaus-gesetzte Willenskraft an den Tag, weder Zeit nochLohn für sich zu haben, nur so viel für sich selbst zusorgen, als unumgänglich nöthig war. Er sagte, wasJedermann zu sagen pflegt, die Einkünfte der Geist-lichen seyen Erbtheile der Armen; aber er sagte csnicht allein, bewies es auch mit der Thal- Er ließeinen Uebcrschlag machen, was sein und seiner Diener-schaft Unterhalt erforderte, und befahl, die sonach an-gegebenen sechshundert Scudi ( Scudo hieß damalsdie an Gewicht und Werth nämliche Gelvmünze,welche man jetzt unter dem Namen Zecchino kennt)