Druckschrift 
2 (1828)
Entstehung
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— Da sie sah, daß kein Zureden half, sagte sie:„Nun, Ihr wollt nicht, sagt aber morgen nichtetwa, ich hatte Euch nicht Muth zugesprochen. Ichwerde essen und es soll noch genug für Euch bleiben,im Fall Ihr Euch besinnt und gehorchen wollt."Sie siel nach diesen Worten gierig über die Speisenher, stand, als sie satt war, auf, ging nachdemWinkel zu Luzien, bog sich zu ihr hinab und ermahntesie abermals, zu essen und sich niederzulegen.

„Nein, nein, ich will nichts," entgegnete Luzie,mit matter, schlaftrunkener Stimme; fügte festerhinzu: Ist die Thüre verschlossen? Wohl verschlos-

sen ?" sah rings um sich, stand auf und ging mitvorgehaltenen Händen, unsicheren Schritten, sichselbst zu überzeugen, daraufzu.

Die Alte lief voran, streckte die Hand nach demSchlosse aus, ergriff die Klinke, drückte sie auf undzu, rüttelte an dem Riegel, schob ihn hin und wie-der, daß er in der eisernen Klammer, wo er ru-hete, knarrte.

„Hört Ihr? seht Ihr? Ist es nicht verschlos-sen ? Seyd Ihr nun zufrieden?"

, Zufrieden! Hier zufrieden!" sagte Luzie, nachdem Winkel gehend: „Aber der Herr weiß, daß ichhier bin!"

„ Kommt zu Bette: was wollt Ihr dort wie einHund liegen? Ist es wohl erhört, daß man Ge-mächlichkeiten, die man haben kann, ausschlagt?'