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Hülfe. Me sie sich aber auch geneigt fühlte/ Ger-trudens, ihr bewiesenes, Vertrauen zu erwiedern, sohütete sie sich doch, ihr neues Unglück, den neuenGroll des Schicksals, was ihr jener flüchtige Seiden-spinner sey, wissen zu lassen; wollte dies traurige,schmähliche Loos, so sehr sie konnte, verheimlichen.Nicht minder hütete sie sich, Gertrudens neugierigeFragen, in Betreff der Zeit vor der Verlobung, zu be-antworten. Klughcitsregcln hielten sie nicht davon ab;aber dem armen Kinde schien diese Geschichte mißlicher,schwerer zu erzählen, als alles, was sie von der Sig-nora hörte und hören konnte. In Diesem war vonUnterdrückung, Hinterlist, Leiden die Rede, von ar-gen, schmerzlichen Dingen, die sich aber dennoch aus-sprechen ließen: in Jenem mußte sie aller Augenblickeauf eines ihrer Worte, auf ein Gefühl treffen, wassie unmöglich selbst nennen, ihr Schmerzgefühl ließcs nicht zu, unmöglich umschreiben konnte: die Liebe!
Gertrud wollte manchmal ungeduldig über LuziensAusweichen werden; aber sie war doch so lieblich, soehrerbietig, erkenntlich, vertrauend! Manchmalwollte ihr Luziens zarte, zärtliche, scheue Scham-haftigkeit auch noch aus anderem Grunde mißfallen;aber das Mißfallen ging in der Süßigkeit eines Gedan-kens unter, der ste^ sah sie Luzien, immer beherrsch-te, in dem: ihr Gutes zu thun. — Es war auch so:außer dem Schutze selbst gewahrten Luzien diese Ge-spräche, dieses trauliche Wesen, manchen Trost, und