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Endlich gelangen sie zum Ufer. Renzo springtaus der Barke, dankt Gott im Herzen, dem Fischermit Worten, greift in die Tasche, nimmt einen Lire,
— nach Maßgabe der Umstande kein zu großer Lohn
— und giebt ihn. Der Mann blickt noch einmalnach dem Mailänder Ufer, den Fluß auf und ab, strecktdie Hand aus, nimmt die Gabe, steckt sie ein, öffnetdie Lippen, macht mit großer Feierlichkeit das Zeichendes Kreuzes, sagt: „Glückliche Reise!" und ent-fernt sich.
Damit der Leser über die Bereitwilligkeit, Gefäl-ligkeit des Fischers gegen einen Unbekannten nicht znsehr staune, müssen wir sagen, daß dieser Mann sehroft von Betrügern sowohl als Banditten, um ähnli-che Dienste angesprochen wurde. Er leistete sie nichtdes, gewöhnlich ungewissen, spärlichen Gewinnes we-gen, sondern um sich solche Leute nicht zu Feindenzu machen; leistete sie jedesmal, wann er gewiß war,nicht von Zöllnern, Häschern, oder andern Verrä-thern gesehen zu werden. So war er dem Einen wiedem Andern gewillt, wollte Alle mit derUnpartheilich-keit zufrieden stellen, die unentbehrlich, wenn manmit dem Einen umgehen, dem Andern Rechenschaft able-gen muß. Renzo blieb einen Augenblick am Ufer stehen,das jenseitige betrachtend, wo ihm noch im vorigen Au-genblicke der Boden unter den Füßen brannte.— „Ach!Nun bin ich doch sicher! "— war sein erster Gedanke.— „Fahre hin, vermaledeites Land!" — der zwei-