in der Stadt suchten, als was Geier und Naben aufeinem Schlachtfelde. Demüthig, mit niedergeschla-genen Augen, einem Gange, halb dem eines Spa-ziergängers, halb dem eines Reisenden gleich, wan-derte Renzo, ohne von Jemand angehaltenzu werden,mit hochklopfendem Herzen hinaus.
Er schlug, die Hauptstraße meidend, einen rechtsablaufendcn Fußweg ein, wagte lange nicht, auch nureinmal zurückzusehen.
Er wanderte immer weiter, vor Meiereien undDörfern vorüber, ohne jemals nach ihren Namenzu fragen; es genügte ihm, sich von Mailand zu ent-fernen, Bergamo zu nähern.
Ersah sich manchmal um, betrachtete, rieb oft gelindedie noch ermatteten Pulse, über denen die Manschet-ten einen rolhcn Blutstreifen rings in der Haut zu-rückgelassen hatten. Seine Gedanken befanden sich,wie man sich vorstellen kann, in peinlicher Verwir-rung der Reue, Erinnerungen, Unruhe, Erbitte-rung, Zärtlichkeit. Mühsam führte er alles, waser am vorigen Abend gesagt und gerhan hatte, in seinGedächtniß zurück, versuchte, was ihm noch von dem,was mit ihm vorgegangen, dunkel war, besondersden Verrath seines Namens sich zu erklären. Erkam nach und nach der Art und Weise, wie er ihmentlockt wurde, auf die Spur, erinnerte sich desBetragens, der Aeußerungen jenes Menschen, dieimmer eine geheime Absicht hatten, und sein Ver-