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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
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beffere Gelegenheit. Der Fürst ward gefährlich krank; keinArzt konnte ihm helfen. Er liebte sein Leben über dieGebühr, und ließ deßhalb von den Kanzeln bekannt ma-chen und auf den Gaffen ausrufen: daß er dem, der ihnheile, die Hälfte seines Reiches abtrcten und seine Tochterzur Gemahlin geben wolle.

Was strömten da für Quacksalber zum fürstlichen Schlöffe!Sie suchten sich durch das Faustrccht geltend zu machen.Einer stieß den Andern vom Krankenbette zurück; doch alleihre Wunderarzeneien, die der Patient begierig verschluckte,bewirkten keine Besserung, und machten das Ucbcl nurschlimmer.

Auch Meister Habakuk eilte mit einer ganze» Herenapo-thekc herbei. Da er aber ein kleiner, verkrüppelter Zachäuswar, so ward es ihm ungeachtet er Rippenstöße nichtscheute dennoch unsäglich schwer, sich durch das Getüm-mel der übrigen Salbader zu drängen. Endlich gelang csihm doch, unter der Stampfmühle ihrer Ellbogen so weithinweg zu kriechen, daß er zwischen den Beinen eines baum-langen Marktschreiers (der den nächsten Platz am Bettejetzt erobert hatte und eben eine Hand voll Pillen demFürsten in den Mund schütten wollte) den Kopf und einenArm hindurch zwängen, und auf diesem Wege dem hohenKranken ein Arzencifläschchen zureichcn konnte.

Jhro Durchlaucht griffen hastig darnach, stürzten es aus,und befanden sich im Augenblick etwas besser. Aber Ha-bakuk gerieth in Gefahr, seinen Geist aufzugeben; dennder gewaltige Pillendreher, zwischen dessen Beinen er her-vorguckte, ergrimmte vor Brodneid, und preßte seineSchenkel so wüthend am Halse des Schneiders zusammen,daß er beinahe dessen Kopf von den Schultern abgesprengthätte.