den reichliche Xenien, die ihm lieblicher, als manchem deut-schen Schriftsteller die vor einigen Jahren ausgctheiltenSpenden gleiches Namens zum Munde gingen.
Dennoch fiel bei nnscrm Petcrchcn der dünne Samedes Untcrichts auf keinen ganz steinigen Acker. Sein Ge-dächtniß war ungeheuer. Gleich einer großen Krcbsscheerehielt er alles, was ihm nahe kam, gewaltig fest, ohne je-doch zu fühlen, was er gefaßt hatte. Er that auch —wie mancher andere Peter — glückliche Fortschritte in der.Malerei der Buchstaben, die zu seiner Zeit eben so steifund wohlbeleibt waren, wie er selbst. Seine Handschriftward wirklich nach und nach schön, erregte die Bewun-derung des ganze» Dorfs, und er selbst war pfaucnstolzdarauf: wie sich denn noch heutiges Tages mancher Kanz-leimann auf diese kleinliche Kunst so Wunderviel cinbildet,als ob er seinen Gänsekiel nur cintauchen dürfte, um einenAgathon oder Oberon zu schreiben.
Unser junges Genie lernte sogar bei seinem gelehrtenMeister Latein; aber die Krebsschecrc seines Gedächtnissesfaßte nur Worte ohne den Sinn. Davon gab er eins-mals bei einer öffentlichen Schulprüfung einen lustigen Be-weis, indem er die ihm von dem Pfarrer vorgelegte Ho-razische Stelle,: Ualürla mors arguo pulsst pccke elc.mit lauter Stimme dolmetschte: „Der blasse Tod schlägtaus mit seinem Pferdefuß." —
Kurz nach dieser Gclehrsamkeitsprobe, im dreizehntenJahre seines Alters, schallte ihm eines Tages, da er ausder Schule nach Hause schmeckte, die unerwartete Botschaftentgegen, daß der Klapperstorch — denn so kindische Be-griffe wohnten noch in seinem düster» Kopfe — vor einer