299 S«-
Und durch der Bäume Laub ein Lüftchen rauschend irrte:Wie streckte da sich schnell ein Wald van Hälsen auS!
Der Nachbar stieß den Nachbar leise,
Und flistcrt'ihm ins Ohr: »Horch! jetzt beginnt die Neisc!«
So lancrtc das Bölklrin — wie am PultDer Dichter auf den Reim, — bis schier der Morgen graute!Doch nun verriethen manche LauteDen Nisi des Fadens der Geduld.
Durch'» ganze Lager lies ein ärgerliches Knurren >
Drauf folgte bald ein allgemeines Murre»,
Gin immer steigendes Geschrei,
Und endlich gar die Meuterei,
Das nicht gehaltene Versprechen
Der Gnomcnmajestät durch Trotz und Schimpf zu räche».
Gleich trunkenen Empörern, zogNasch in ihr Berggebiet ein Schwarm oon Wagehälsen,
Und eine Saat von Steine» flogAus ihren Händen an de» Felsen;
Und daß man nicht dabei die Lästerzungen band,
Nun das versteht sich schon am Rand.
Die Vicekönige, da sie den Lärm vernahmen,
Verfuhren so, wie man vor Jahren in ParisDen Rotkengeist der Hökerdamen
Durch Feuerspritzen einst zur Ruh' und Ordnung wies:
Sie ließen schnell den wilden Haufe»
Ans hundert Felsenspalten taufen.
Heisa! wie rissen jetzt die Nenommisten anS!
Doch »ein, sie liefen nicht, sie schwammen fast nach Haus.
Auf diese Weise kamen sie leicht genug davon. Waseine Strafe ihres Unfugs war, das widerfuhr ehemalsBielen wegen ihrer Frömmigkeit; denn wir lesen in Mis-sionsberichtcn, daß die übcr's Meer gesandten Heidenbekeh-rer bisweilen Tausende von Wilden auf Ein Mal mit derFeuerspritze getauft haben.