„Laßt die Mätzchen nur liegen! Ihr möchtet mir sonstunter den Händen entwischen; und das wäre mir nichtlieb: denn wir haben viel mit einander auszumachcn."
Die Zwerglein baten weinend, sie friedlich zu entlassen;allein dieses Gesuch ward rund abgeschlagen. Jakob er-klärte sic zu Gefangenen und führte sie in sein Haus. Eingroßer, neuer Käfig, worin Frau Marie zu PcterchensUnterhaltung einige Lachtauben einquartircn wollte, dientefür den Rest der Nacht zum Kerker der kleinen Schoten-dicbe, denen aber darin das Lachen verging.
Am folgenden Morgen wurden sic förmlich vernommenund sagten aus: „Wir gehören zu einem Zwergvolk-, dasseit undenklichen Zeiten die unterirdischen Höhlen des Harz-gcbirgcs bewohnt und von einem Könige beherrscht wird.Er ist ein guter Vater, der immer treulich für uns sorgtund seine Kornspeicher und andere Magazine den Dürfti-gen öffnet. Wir litten deßhalb, seit er auf dem Throneseiner Väter sitzt, keinen Mangel; aber Wasserfluthen undErdfälle haben jetzt die Straßen der Unterwelt so ungang-bar gemacht, daß wir von unfern Nachbarn, die Feld-und Gartenbau treiben, keine Zufuhr erhalten konnten.Dadurch entstand eine Hungersnoth, die endlich so drückendward, daß sie uns zu nächtlichen Streifereien ins Gebietder Menschen zwang, welches wir zuvor nie betraten. Essoll auch hinfort nie wieder geschehen, und wir erklärenuns nochmals willig und bereit, den verursachten Schadenzu bezahlen." —
Während dieses peinlichen Verhörs strömte das ganzeHaus herbei, um die eingcfangcnen Fremdlinge zu sehen.Auch Pcterchen rutschte, da er den allgemeinen Aufstand