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Als sie sein Anliegen vernommen hatte, trippelte sie inein Kämmerlein, riegelte hinter sich zu, kramte lange da-rin und murmelte laut. Nach einer halben Stunde wardsie wieder sichtbar. „Nun, wer sind die Diebe?" rief ihrJakob neugierig entgegen.
Sie nahm die Brille von der Nase und antwortete mi^einer wichtigen Prvphetcmniene: „Kein Mann und keinKnäbchen, kein Weib und kein Mädchen." —
Mutter, das ist mir zu dunkel! sprach Jakob: ErklärtEuch deutlicher!
„Sic haben Händ' und Füße" —
Ja, darauf will ich schwören.
„Laßt mich ausrcdcn! Sie haben Hand' und Füße, wieMenschen, sind aber keine." —
Potz Räthsel und kein Ende! Daraus mag ein Ande-rer klug werden; ich verstehe kein Wort! Sagt mir kurzund bestimmt, wer die Schnapphähne sind oder wie ichsic fangen kann. —
„Geht Nachts, wann Zwölf der Wächter ruft,
An eurem Fruchtfeld auf und ab,
Und schlaget wacker in die LuftMit einem dünnen Weidenftab:
Dann werdet ihr die Dieb' erblicken,
Die listig eure Schvren pflücken." —
Der Schultheiß hatte zwar nicht den geringsten Glau-ben, daß er auf diese abenteuerliche Weise die gewünschteEntdeckung machen werde; er merkte sich aber den Inhaltdes Sprüchleins, um Marien darüber auszulachcn, daßsie ihm ein so unbefriedigendes Orakel empfohlen hatte.Sic war nicht seiner Mepnung, fand hohe Weisheit da-rin und ließ nicht eher ab, als bis er sich zu dem Lust-kampfe rüstete.