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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
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Als sie sein Anliegen vernommen hatte, trippelte sie inein Kämmerlein, riegelte hinter sich zu, kramte lange da-rin und murmelte laut. Nach einer halben Stunde wardsie wieder sichtbar.Nun, wer sind die Diebe?" rief ihrJakob neugierig entgegen.

Sie nahm die Brille von der Nase und antwortete mi^einer wichtigen Prvphetcmniene:Kein Mann und keinKnäbchen, kein Weib und kein Mädchen."

Mutter, das ist mir zu dunkel! sprach Jakob: ErklärtEuch deutlicher!

Sic haben Händ' und Füße"

Ja, darauf will ich schwören.

Laßt mich ausrcdcn! Sie haben Hand' und Füße, wieMenschen, sind aber keine."

Potz Räthsel und kein Ende! Daraus mag ein Ande-rer klug werden; ich verstehe kein Wort! Sagt mir kurzund bestimmt, wer die Schnapphähne sind oder wie ichsic fangen kann.

Geht Nachts, wann Zwölf der Wächter ruft,

An eurem Fruchtfeld auf und ab,

Und schlaget wacker in die LuftMit einem dünnen Weidenftab:

Dann werdet ihr die Dieb' erblicken,

Die listig eure Schvren pflücken."

Der Schultheiß hatte zwar nicht den geringsten Glau-ben, daß er auf diese abenteuerliche Weise die gewünschteEntdeckung machen werde; er merkte sich aber den Inhaltdes Sprüchleins, um Marien darüber auszulachcn, daßsie ihm ein so unbefriedigendes Orakel empfohlen hatte.Sic war nicht seiner Mepnung, fand hohe Weisheit da-rin und ließ nicht eher ab, als bis er sich zu dem Lust-kampfe rüstete.