Abdalla schlich in einen Winkel und murrte: „Geht mirmit Eurem Heiligen! — Ein Zauberer ist er und weiternichts! — Ich sollte wohl sein unterthänigcr Frohnbotesepn und bei der halsbrcchcndcn Höllenfahrt mein Lebenumsonst wagen? — Warum stiehlt er mir denn wiederunter den Händen hinweg, was ich durch meinen Mutt)gewann? — Das ist ein hämischer Streich, den ich ihmnimmer verzeihe! Er hätte seinen alten Leuchter, den erfür einen so großen Schatz ausgibt, auch mit hinweg holenkönnen; denn ich werde mich wohl hüten, ihm das schwereGerüst nachzutragcn. Wenn er es nicht aus andern Hän-den bekommt, so mag er ewig darauf warten." —
Da es indessen Abend geworden war, so zündete dieMutter ein Lämpchen an. Der große eiserne Leuchter standnoch auf dem Tische. Abdalla betrachtete ihn von obenbis unten und sagte: „Wenn dieser zwölfarmige Riesenur in jeder Hand ein Licht hätte, so wär' er doch etwasWerth; aber dennoch soll er nicht ganz müßig da stehen.Er mag unser Lämpchen wie ein Kind auf einem seinerArme halten, damit es von oben herab besser leuchte." —Diesen Gedanken, über den er sich selbst Beifall zulächeltc,führte er sogleich aus.
Und als die Ampel am Leuchter hing,
Erschien ein Derwisch in braunem Gewand.
Er drehte sich rasch, wie ein Kreisel, im Ning,
Warf eine Mnnj' auf den Tisch und verschwand.
Der seltsame Nundtanz hatte volle fünf Minuten ge-dauert, und Abdalla indessen nicht aufgehört, zu lachen.Jetzt lief er geschwind an den Tisch, um das Stück Geldin Empfang zu nehmen; allein der Fund war unbedeu-tend: er bestand in einem kleinen, armseligen Silberling,