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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
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Nun sucht' er noch den Trost des Spiegels,Der stets sein Freund im Unglück war:

Doch, gleich dem Stachelwald des Igels,Empörte Schrecken jetzt sein Haar.

»O fürchterliches ZauberzeichenWas starrt mir ellenlang da vorn?

Ha! soll ich dem Nhrnvzer gleichen?

Welch ungeheures Nasenhvrn!

Was soll ich Mißgestalt beginnen?

Ich werd' im Lande zum Gespött!"

So jammernd, warf er, halb von Sinnen,Sich lebenSsatt auf's Ruhebett.

Da fühlt' er, was die Schultern drücken;Schier fuhr er vollends aus der Haut:

Denn schaudernd fand er jetzt am RückenAuch einen Erker angebaut.

Er hoffte zwar, der doppelte Auswuchs drängender Kräfte(wie Vossens buckliger Junker seinen Höcker nennt) werdenach und nach wieder verschwinden und die sorgfältig auf-bcwahrte Spreu sich in Goldkörner verwandeln; aber bei-des erfolgte nicht. Dennoch war er unverschämt und ver-wegen genug, die abgebrochenen Heirathstraktaten wiederzu erneuern. Ungeachtet aber Frau Petronille nur EinAuge zudrücken durfte, und billig wohl bei ihrer eigenenHäßlichkeit die Duldung der Krähen und Raben, die ein-ander die Augen nicht aushacken, hätte besitzen sollen: sowies sie doch ihrem entstalteten Liebhaber mit Grausen dieThür. Uebrigcns war sie so gerecht, ihrem Endurthel die-sen Entscheiduttgsgrund beizufügen: daß sie auf dem reich-lich versehenen Männermarkte für ihr schweres Geld bes-sere Waare bekommen könne.

Der bekorbte Rath floh von nun an, wie ein scheuerNachtvogel, das Licht des Tages und den Umgang mit

Langbein'« sämnitl. Schr. X. Bd. 19