266
Der Wunsch, sein Glück zu gründen,
Treibt Mauchen über's Meer:
Sie läßt naher finden,
Und zaubert dir es her.
Sie schenkt dir bis zum GrabeGin ruhiges Gemürh:
Drum freue dich der Gabe,
Die dir so lieblich blüht!" —
Der Jüngling nahm die Wunderblume mit dankbaremBezeigen in Empfang, und die Göttin gab ihm durch einenfreundlichen Wink zu verstehen, daß die Audienz vorübersep. Er entfernte sich. An der Gartcnthür stand der Zwergmit einem gefüllten Obstkörbchen, das er zum Geschenk fürKarolinen in Wilhelms Taschen auslccrte, und ihn dannan den Ort zurück geleitete, wo er ihn abgeholt hatte.Hier empfahl sich der kleine Wegweiser und schlüpfte wieeine Maus wieder in den Berg hinein.
Wilhelm wäre gern zu Karolinen geflogen; aber dieBürde seiner Taschen, die mit jedem Augenblicke schwererzu werden schien, zwang seine Ungeduld, sich mit einemderben Sänftenträgerschritt zu begnügen. Athemlos kamer bei der Geliebten an und kramte Lora's Spenden vorihr aus. Das naschlustige Mädchen erhob ein Freudengc-schrei und fiel mit scherzhaft übertriebener Lüsternheit überdie schönen Früchte her, mußte jedoch mit trocknem Mundeabziehen; denn die Acpfel, Citronen und Pomeranzen wa-ren ungenießbare goldene Bälle, die nicht in den Magen,sondern in den Schmelztiegel gehörten.
Dahin schaffte sie denn auch Wilhelm bald. Er warjetzt ein reicher Mann, der nicht mehr, wie Lcsstngs Ma-ler, klagen durfte, daß die Kunst nach Brod gehe. Diedunkle, dumpfige Stadt war ihm zu enge; er floh in diegrünen, offnen Arme der freien Natur, kaufte sich ein an-