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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
Seite
238
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nur unter Menschen wohl, und konnte nicht, wie anderelichtscheue Gnomen, in einsamen Höhlen aushaltcn. Ersuchte daher bald ein neues Unterkommen als Küchenge-sellschafter. Warum er sich so gern an den Herden Her-umtrieb , ist nicht zu erklären. Er gehörte keineswegcszu dem Schmarotzervölklein, das keine lieblichem Freuden-quellen, als volle Fleischtöpfe kennt. Es scheint sogar,er habe bloß von der Lust gelebt; denn keiner seiner Bio-graphen erwähnt einer andern Nahrung. Aber dennochwar die Küche sein Lieblingsort, und je volkreicher er siefinden konnte, desto mehr gefiel sie ihm.

Einem reichen Ritter, Namens Wipprccht, erwies erdie Ehre, daß er dessen Haus allen andern Häusern inHildcsheim vorzog. Der Grund dieser Auszeichnung lagdarin, daß der Ritter so viel Köche und Küchenjungenhielt, wie der Bischof, und mit einer jungen, feurigenDame vermählt war, die nicht weniger Anbeter hatte, alses in der bischöflichen Residenz vornehme Stutzer gab.

Wipprechts Hausgesinde stutzte zwar über den einwan-dernden Pilgrim; doch war er in Hildcsheim schon so be-kannt, daß niemand mehr vor ihm erschrak. Er hatte sichfreilich durch die Bescnschlacht etwas anrüchtig gemacht;diese Scharte war jedoch durch den Koffcrtanz wieder aus-geschliffen worden: denn man freute sich fast allgemein,daß er dem Erstatthalter und dessen Konsorten zu einerso exemplarischen Züchtigung verhelfen hatte. Deshalbward er denn auch bei seinem Einzug in WipprechtSKüche mit Vergnügen empfangen.

Als aber der Ritter, der es standesmäßig mit der Par-tei des Statthalters hielt, nach einigen Tagen erfuhr,daß der berüchtigte Kobold bei ihm ein und aus ging,sprach er zornig zu seinen Dienern: Warum habt Ihr