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6 (1847) Talismane gegen die lange Weile
Entstehung
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So ist mir bester! Das enge Mieder und die schlottern-den Röcke waren mir höchst unbehaglich. Nun ist für heutenichts mehr zu thun. Lege, dich ruhig schlafen! Dein Mannschläft auch; denn was ich von seinem Erwachen erzählte,war nichts als ein Mährlein, wie du wohl denken kannst.Wegen unserer Gefangenen sep unbesorgt! Sie erstickennicht und werden dich eben so wenig durch Lärm und To-ben in ihren Käfigen beunruhigen. Ich habe durch einenZaubcrschlummer ihre Sinne gefesselt; sie schlafen bis mor-gen gegen Mittag wie Dachse, und sollen dann wiederauf freien Fuß gestellt werde». Aber bevor das geschieht,geh du zum Bischof, begehre Gehör, und erzähle ihm auf-richtig alles, was sich seit deinem ersten Zwcisprach mitSchlehdorn bis diesen Augenblick begeben hat. Bernhardist ein guter, gerechter Mann; er mag über diese Burschesein Urtheil sprechen."

Susanne that am folgenden Tage, was ihr Hütchengeheißen hatte. Bei dem Bischof Gehör zu erlangen, warallen seinen Unterthancn so leicht, als einem Kinde, mitseinem Vater zu sprechen. Er ließ also auch die jungeFrau sogleich zu sich hcrcintrctcn, entblößte vor ihr seinehrwürdiges, graues Haupt und sprach, das Käpplein nochin der Hand haltend, mit der herzlichsten Freundlichkeit:Willkommen, liebe Tochter! Worin kann ich dir helfen?"

Tuschen begann ihre Klage, und der Bischof unterbrachsie durch kein Wort. Aber sein Angesicht zeugte von derhöchsten Aufmerksamkeit und war ein treuer Spiegel seinerthcilnehmenden Empfindungen. Mitleid, Erstaunen undAbscheu malten sich wcchselsweisc darauf.

Als Suschen ihre Rede geschloffen hatte, faltete derfromme Bernhard seine Hände hoch empor und rief aus:Welche schimpfliche Geschichte! Du sollst volle Gcrcchtig-