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Passirt! — sprach Hütchen, nahm den Beutel in Em-pfang und führte den guten Zahler die Treppe hinauf.
Er trat, wie ein Bräutigam geschmückt und mit dengewöhnlichen Grashüpfersprüngen der Hasenfüße, die einerjungen Dame sich nähern, ins Zimmer. Aber Tuschensblendendes Gewand überraschte ihn so, daß er sich schnellund unwillkührlich — denn vor Prachtkleidcrn streichenalle schwache Kopfe die Segel — zu einem anständigerenBetragen gezwungen fühlte. Kein frecher Blick wagte sichaus seinen glotzenden Augen und kein leichtfertiges Wortüber seine Lippen, die sonst immer ein Springbrunnenseichter und sittenloser Scherze waren. Die zwei überflüs-sigen Angen und Ohren im Zimmer (denn Hütchen wichund wankte nicht daraus) drückten seinen Geckenmuth vol-lends zu Boden. Kurz, er fand hier gar nicht das erwar-tete Paradies, tröstete sich jedoch mit der Hoffnung, daßnach Mitternacht das ehrfurchtgebietende Kleid und dieauflauernde Zofe verschwinden und der zärtlichsten Ver-traulichkeit Platz machen würden.
Indem er sich an diesem Gedanken labte, hörte manein schelmisches Husten, das aber ein wenig plump aus-fiel, auf der Gaffe. Es war der Herr Stadtmeister, dersich so schalkhaft ankündigte; allein man achtete nicht aufseinen Liebeskatharr, der von Minute zu Minute stärkerward. Da der Konsul endlich sah, daß sich die Hausthürnicht aushuste» ließ, zog er an der Klingel. Suschen er-schrack und Hütchen stellte sich so. „Was bedeutet das?"sprach er mit einer ängstlichen Miene: „Ich muß doch se-hen, welcher Unglücksbote noch so spät bei uns etwas zuschaffen hat."
Er hüpfte fort; allein so schnell, daß Schlehdorn seineAbwesenheit kaum zum Versuch eines Kusses benutzen konnte,
Langbeui'S sämmtl. Schr. X. Bd. 15